Colnrade - Für Kai-Jannes Dey ist das Genuss pur. Mit einem alten Fahrrad zu gleiten, sei „einfach schön“, es biete Entschleunigung und Entspannung zugleich. Am Sonnabend, 1. Juni, können sich alle Interessierten beim Genießen anschließen: Dey, der an der Hauptstraße 55 in Colnrade das „Fahrradmuseum Colnrade“ betreibt, lädt zusammen mit Freunden nach zweijähriger Pause wieder zu einer Ausfahrt mit Fahrrad-Oldtimern ein. Diesmal geht es in Richtung Goldenstedter Moor. Treffen ist um 15 Uhr im Garten seines Museums.

„Wer ein altes Rad hat: Luft aufpumpen und herkommen“, ruft Dey auf. Aber auch wer nicht im Besitz eines alten „Drahtesels“ ist, kann natürlich mitradeln. Der Colnrader stellt dafür zur Verfügung, was an anderen Tagen in seinem Museum zu bestaunen ist: 38 alte Räder, ein betagtes Tandem und ein Dreirad. Letzteres sei „gar nicht so einfach zu fahren“, weiß er. Es sei ähnlich zu bewegen wie ein Motorrad mit Beiwagen. Für alle ausgeliehenen Fortbewegungsmittel gilt: Es entstehen keine Kosten. Allerdings sollte man sich vorher anmelden ( t   04434/91 89 50). Hans-Günther Ehlert wird es übernehmen, die Sättel einzustellen.

Vor dem Start können sich alle Teilnehmer bei Butterkuchen, Kaffee und Tee stärken. Wer will und kann, so Kai-Jannes Dey, könne einen Obolus in einen Spendentopf legen. Der Inhalt soll später dazu beitragen, eine Außenseite des Museums mit einer neuen Wand aus Lärchenholzbrettern zu versehen.

Die etwa sieben Kilometer lange Strecke in Richtung Goldenstedter Moor wird in gemütlichem Tempo zurückgelegt – dem Alter der Fahrräder angepasst.

Zu seinem ungewöhnlichen Hobby war Kai-Jannes Dey vor mehr als einem Vierteljahrhundert eher zufällig gekommen. Ein altes Damenrad habe damals im Weg gestanden. Sein Vater riet, es zu verschrotten. Doch Dey begann, das alte Stück zu restaurieren. Und er begann, alte Fahrräder zu sammeln.

„Zu jedem Rad gibt es eine kleine Geschichte“, sagt der Colnrader. Das gute Stück mit dem Doppelgepäckträger zum Beispiel habe früher einem Schornsteinfeger aus Vegesack gute Dienste geleistet.

Sein Lieblingsrad hat Dey vor einigen Jahren von einem damals 95-jährigen Mann aus der Wesermarsch erhalten und in dessen Sinne restauriert. Das gute Stück des französischen Herstellers Delma stamme aus dem Jahr 1905. Mit dem Rad habe schon der Vater des Vorbesitzers „seine erste Deern abgeschleppt“, erzählt der Colnrader schmunzelnd.