Harpstedt - Wenn „Frau Kniffel“ gerufen wird, weiß sie, sie ist gemeint: Sylvia Glinka aus Harpstedt engagiert sich seit fast drei Jahren ehrenamtlich im DRK-Seniorenzentrum in Harpstedt. Mittlerweile organisiert sie dort mit Gaby Otto eine regelmäßig donnerstags stattfindende Kniffelrunde.
Vermittelt wurden die beiden Harpstedterinnen über die Freiwilligenagentur „Misch mit“ aus Wildeshausen. Das Seniorenzentrum kooperiere seit 2015 mit der Agentur, erzählt Thorben Kienert, Leiter von „Misch mit“. Es sei eine angenehme Zusammenarbeit, „die Engagierten fühlen sich hier sehr wohl und unterstützt.“
Das bestätigt Gaby Otto: „Jedes Mal beim Nach-Hause-Gehen denke ich, das war jetzt aber wieder ein richtig toller Nachmittag.“
Eigene Ideen einbringen
Sylvia Glinka begann im Januar 2017 mit einer Einzelbetreuung. Im Frühjahr kam dann die Idee auf, gemeinsam das Würfelspiel zu spielen. Zur großen Freude von Seniorenheimbewohnerin Erika Bensch: „Ich war glücklich, dass ich mal wieder kniffeln konnte.“
Glinka, die mit ihrem Mann jeden Mittag kniffelt, erzählt: „Frau Bensch hat mit ihrem Mann auch immer gekniffelt.“ – „Aber nicht nur mittags, sondern auch abends“, scherzt Bensch.
Im Februar 2018 meldete sich dann Gaby Otto wegen eines musikalischen Angebots bei „Misch mit“. Sie leitete zunächst das Volksliedsingen im Seniorenzentrum, bis sie dort auf Sylvia Glinka traf. „Da dachte ich, ach, Kniffel ist doch auch nicht schlecht“, lacht Otto. Seitdem sitzen sie gemeinsam am Würfeltisch.
Dieses Einbringen eigener Ideen zeichnet die ehrenamtliche Arbeit im Seniorenzentrum aus. „Die Bedarfe sind riesengroß, im Seniorenbereich wird überall gerne gesucht“, sagt Kienert. Man könne aber nur eins nach dem anderen aufbauen: „Lieber etwas kleiner beginnen und sich natürlich entwickeln lassen.“
So sieht es auch Einrichtungsleitung Hellen Müller: „Wenn sich ein Ehrenamtlicher vorstellt, fragen wir, was stellt sich derjenige vor?“ Meist werde mit einer Einzelbetreuung gestartet und dann im Laufe der Zeit gesehen, was sich daraus ergebe.
„Man kann auch was Kleines machen, was einem liegt“, freut sich Gaby Otto. „Es artet so nicht in Arbeit aus.“ Kienert ergänzt: „Es geht viel über den Mehrwert, den der Engagierte auch für sich hat.“
Mit Spaß bei der Sache
Der Spaß kommt bei der Spielerunde jedenfalls nicht zu kurz. Es kann auch jeder mitmachen: So darf eine Bewohnerin des Zentrums, die nicht selbst mitspielen kann, die Glocke läuten, wenn jemand einen Kniffel wirft. „Sie lacht die ganze Zeit“, freuen sich die Organisatorinnen.
