HARPSTEDT/HANNOVER - Gesprächsrunde in Hannover: Wulff nahm sich eine Stunde Zeit für die Freileitungsgegner.
Von Ulrich Suttka
und Marco Seng
HARPSTEDT/HANNOVER - „Recht positiv“ hat Frank Windhorst von der IG Hochspannung gestern Abend das einstündige Gespräch mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff empfunden. Ein Eindruck, den auch Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes in einer ersten Reaktion teilte: „Der Ministerpräsident hat die Bedenken der IG sehr ernst genommen“, berichtete er von einer sachlichen, konstruktiven Gesprächsatmosphäre über die geplante 380-kV-Freileitung der Eon von Ganderkesee nach St. Hülfe. Die IG und die betroffenen Samtgemeinden lehnen sie entschieden ab.Für die sechs Mitglieder der IG Hochspannung, die drei Bürgermeister beziehungsweise Vertreter der Samtgemeinden mit Uwe Cordes an der Spitze sowie den Präsidenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Rainer Timmermann, nahm sich Wulff eine Stunde Zeit zum direkten Gespräch. Erst danach kamen auch die anwesenden acht Ministerialbeamten in den weitern 45 Minuten zu Wort, als der Ministerpräsident zum nächsten Termin musste.
„Es wird wieder aufgegriffen, was wir schon vor Jahren gefordert haben“, berichtete Windhorst. Gemeint ist die Prüfung, ob für die Stromtrasse ein Pilotprojekt zur Erdverkabelung möglich sein könnte. Wulff betonte, dass alle politischen Ebenen mitspielen müssten, damit es zum Pilotprojekt kommen könnte. Mögliche Fördermittel aus Landes- und EU-Kassen gelte es zu prüfen. Wulff selber werde in den nächsten Wochen in einem Gespräch mit führenden Eon-Vertretern die umstrittene Freileitung thematisieren, berichtete Windhorst als Fazit. Er bezeichnete das Gesprächsklima als sehr sachlich, Wulff sei „gut im Thema“ gewesen.
Für die IG hatte zunächst Jürgen Hellmann die Argumente gegen die Freileitung zusammengefasst, dann Uwe Cordes die ebenso ablehnende Position der Kommunen begründet. Auch Timmermann warb für die Erdverkabelung.
Erste offzielle Reaktion aus der Staatskanzlei über die Gesprächsrunde: „Man bleibt in Kontakt“, bestätigte Sprecher Matthias Sickert.
