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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Schiebenscheeten: Wie sich die Zahl der Trommler vervierfachte

08.06.2019

Harpstedt Seit 1994 rufen am zweiten Pfingsttag in Harpstedt acht Trommler die Bürgerschützen zum Schiebenscheeten. Doch das war nicht immer so. Jahrhundertelang waren es nur zwei Tamboure, die zum „Schnatgang“ riefen, also zur Kontrolle der Gemeindegrenzen, bei der anschließend auf den Papagoy geschossen wurde.

Die beiden Trommler konnten den ganzen Ort erreichen, solange sie nur durch den alten Ortskern von 1739 marschierten. Als jedoch nach 1945 immer mehr Wohnsiedlungen den Flecken erheblich vergrößerten, schafften die Trommler es nicht mehr, alle Einwohner zum Schiebenscheeten zu rufen. Altbürgermeister Hermann Bokelmann erinnert sich, dass die Trommler deshalb nicht mehr durch alle Straßen zogen, sondern mit dem Auto von einem „Offiziellen“ zum anderen gefahren wurden.

Die Idee, die Zahl der Trommler zu erhöhen, kam Bokelmann am Himmelfahrtstag 1992 bei einer Fahrradtour nach Gut Moorbek. Damals sah er in Wildeshausen das zehnköpfige Tambourkorps der Gilde durch die Straßen ziehen, das mit dem Trommelklang traditionell zur Versammlung der Gilde ruft. Der Anblick beeindruckte ihn. Und nicht nur ihn: Bei der „Vatertagstour“ mit dabei waren die „200-prozentigen“ Bürgerschützen und Magistratskollegen Johann Schumacher und Helmut Meyer, die ebenso begeistert waren.

Noch am selben Abend in der traditionellen Himmelfahrtsversammlung des Harpstedter Offizierskorps mit dem Magistrat und den vier Korporalen machte Bokelmann den Vorschlag, dass jedes Rott zwei Trommler haben solle, damit wieder durch alle Straßen getrommelt würde. Grünes Licht gab es allerdings damals noch nicht, erst bei einem neuerlichen Vorstoß im Jahr 1994.

Magistratskollege Fred Bädecker – Trommler bei den Pragern – suchte die neuen Trommeln aus. Rechtzeitig zum Schiebenscheeten wurden sie übergeben. Tambourmajor Hermann Bahrs, der damals nach 15 Jahren sein Amt zur Verfügung stellte, übergab dabei seinen Tambourstab an Dieter Rohde.

Und so hört man nun seit 25 Jahren am zweiten Pfingsttag wieder in allen Straßen den Ruf der Trommel. Von den Trommlern von 1994 ist nur noch Diethard Tröltzsch seit 25 Jahren dabei. Die Trommeln selbst wurden zwischenzeitlich erneuert.

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