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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Vorträge Zur Harpstedter Geschichte: Uralte Wege und neue Straßen

27.01.2020

Harpstedt Zum Ausflug in die Geschichte – besser zu den „Altstraßen im Alten Amt Harpstedt von der Bronzezeit bis in die Neuzeit“ – luden die Samtgemeinde Harpstedt und der Beirat des Forschungsprojektes „Bäuerliche Siedlungs- und Geschlechterhistorie im Alten Amt Harpstedt“ unter Leitung von Prof. Dr. Hucker, Universität Vechta, ein. Gleich vier interessante Vorträge gab es im Hotel Zur Wasserburg in Harpstedt zu hören.

Vortragende waren Elfriede Hornecker (Hoya), Dr. Stefan Eick (Kiel), Dr. Herbert Bock (Diepholz) und Steffen Akkermann (Harpstedt). Moderiert wurde der Vortragsnachmittag durch Prof. Karin Holm. Rund 40 geschichtlich Interessierte hatten sich eingefunden. Am Ende sollte der Nachmittag einen Überblick über wesentliche Strukturelemente der Entwicklung des Harpstedter Raumes in den vergangenen 3000 Jahren geben.

Folcwech

Elfriede Hornecker referierte zum Thema „Der Folcwech, eine bronzezeitliche Handelsstraße an der Grenze des Alten Amtes Harpstedt“. Dabei untersuchte sie die Bedeutung des Folcwechs, der als eine der ältesten Verkehrsverbindungen zwischen den Niederlanden im Westen und dem Harz im Osten gilt. Welche Indizien es dazu gibt, zeigte sie auf. Viele sprechen dafür, dass er bereits in der Bronzezeit (2200 v. Chr.) genutzt wurde. ln der Literatur des 19. Jahrhunderts wird er als „Hauptstraße dieser Gegend von Osten nach Westen“ bezeichnet, doch heute ist er fast vergessen. In ihrer neuesten Publikation „Unterwegs auf alten Spuren. Der Folcwech zwischen Weser und Hunte“ untersucht Elfriede Hornecker den Abschnitt zwischen Hunte und Weser.

Fernverkehrsstraßen

Die „Zusammenhänge von Landesherrschaften und der Streckenführung von Fernverkehrsstraßen im norddeutschen Raum“ waren das anschließende Thema des Kurzvortrages von Dr. Stefan Eick. Darin ging es um die Beantwortung der Frage, ob sich im nordwestlichen Niedersachsen ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Landesherrschaften und der Streckenführung von Fernverkehrsstraßen feststellen lässt. Dabei kam Dr. Eick zu der Überzeugung, dass der Weg nicht die Bedeutung eines Fernweges wie von Bremen nach Hamburg gehabt habe, gleichwohl aber eine Fernanbindung darstellte. Die Territorien in Norddeutschland entstanden ungefähr zur selben Zeit, in der sich Städte zum länderübergreifenden Netzwerk der Hanse zusammenschlossen, um im Verbund Interessen der durchziehenden Fernhändler gegenüber den Landesherrn zu vertreten. Die Fernhändler zahlten Zölle. Das Geld wurde benötigt. Es lag im Interesse der Herren, den Fernverkehr durch das eigene Land zu lenken.

Straßen im Alten Amt

Dr. Herbert Bock (Diepholz) berichtete in seinem Vortrag über „Das Straßensystem im Alten Amt Harpstedt im 17. und 18. Jahrhundert“. Wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung der bäuerlichen Siedlungen im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit seien ihre Lage im Raum und die damit verbundenen Verkehrsanbindungen gewesen. Es gab etliche Fernhandelsstraßen von überregionaler Bedeutung, die durch den Raum des Alten Amts Harpstedt führten. Anhand von alten Karten und Zeichnungen zeigte er die Verkehrsinfrastruktur und ihre Bedeutung sowohl für die Bevölkerung als auch für geschichtliche Abläufe auf.

Verkehr der Neuzeit

Abschließend stellte Steffen Akkermann aus Harpstedt „Die Verkehrsstruktur des Flecken Harpstedt im 19. und 20. Jahrhundert“ vor. Dabei bezog sich Akkermann auf Ausführungen seines ehemaligen Kollegen Hans-Joachim Naujoks (Konrektor der Mittelpunktschule Harpstedt). Demnach sei Harpstedt bis ins 19. Jahrhundert abseits wichtiger Handelswege verblieben und habe damit keine nennenswerte Wirtschaftskraft erreicht. Der Wandel kam mit der Einrichtung der Poststelle 1848. Erst 1860 erfolgte aber der Ausbau der Verbindungsstraßen zu Nachbarorten. Erst mit der Errichtung der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn ab 1910 kam im bescheidenen Rahmen der Anschluss an das überregionale Bahnnetz. Weitere Verbindungsstraßen und Autobahnen verbesserten die Situation im 20. Jahrhundert.

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