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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Wie eine alte Disco zum Bausatz wird

01.09.2018

Harpstedt „Sie schneidet wie durch Butter. Und sie kann auch Bewährung. Und Beton. Eigentlich alles.“ – Die Säge, die am Freitagvormittag in einem Kurzvideo im Lämmerkoven des Harpstedter Koems-Geländes bei der Arbeit vorgestellt wurde, sei schon eine tolle Erfindung, schwärmte Architekt Hermann Dunkler-Gronwald. Dass die Säge auch zweischalige Hauswände „wie Butter“ zerteilen kann, hat sie von Dienstag bis Donnerstag in Harpstedt gezeigt: Im Auftrag des Museumsdorfs Cloppenburg wurden die Außenmauern der früheren Diskothek Zum Sonnenstein in acht Einzelstücke zerlegt.

Am Freitag waren Dunkler-Gronwald (Bauleitung), Dr. Michael Schimek (Leiter der bauhistorischen Abteilung des Museumsdorfs) und Victoria Biesterfeld (Projektleiterin) auf der Großbaustelle Sonnenstein, um das „Wie“ beim Umzug der früheren Disco auf das Gelände des Museumsdorfs zu beschreiben. „Wenn’s gut läuft“, solle das erste der acht tonnenschweren Einzelelemente am Dienstag, 4. September, auf die Reise gehen, sagte Jochen Christ, Vorarbeiter bei der ausführenden Firma Jako Baudenkmalpflege.

Aber so weit sei man noch nicht. Erst einmal gelte es Vorbereitungen zu treffen, damit die Mauern nicht auseinanderfallen, wenn sie am Haken eines Autokrans auf Lkw bugsiert werden.

Wie, das erklärte Christ beispielhaft am Giebel des Sonnenstein-Bistros. Ausgangslage: Der 13 Meter breite Giebel war in zwei Teile (Erdgeschoss und Dachgeschoss) zu zerlegen. Der obere Teil wiege etwa zehn bis 14, der untere 15 bis 17 Tonnen.

Schon beim Wände-Sägen waren jeweils am Fuß beider Elemente je eine Reihe von T-Eisen eingebaut worden. Die einzelnen Eisen würden dann durch lange Balken miteinander verbunden – „damit die Last auf die ganze Länge verteilt wird“. Schließlich werden die T-Eisen an der Innenwand mit denen an der Außenwand verschraubt. Weitere Schritte: die alten Fenster herausnehmen, Diagonalverschalungen erstellen, Einpacken der Elemente in Folie, die Konstruktion mit drei eisernen Anhängeschuhen verbinden. Und dann? „Wegheben.“

Das eingesetzte Sägeblatt mit Diamantbeschichtung sei mit 80 Zentimetern Durchmesser nicht wirklich groß, stellte Christ klar. „Wir hatten auch schon Schnitte mit Zwei-Meter-Blättern.“

Hermann Dunkler-Gronwald geht davon aus, dass alle acht Einzelteile im September in Cloppenburg sind und die Baustelle in Harpstedt im Oktober abgeräumt ist. Im Museumsdorf werde der „Stein“ umgehend wieder zusammengefügt. „Wir wollen im November Richtfest feiern“, ergänzte Michael Schimek.

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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