Harpstedt - Die Idee wurde in einem Bus geboren. Im Oktober 2014 war es, als viele Harpstedter nach Frankreich gefahren waren, um das 45-jährige Bestehen der Partnerschaft Harpstedt-Loué zu feiern. „Zwölf Stunden“ dauerte die gemeinsame Rückfahrt, erinnert sich Winfried Schreppel. Ein Thema im Bus: Wie könnte man den Flüchtlingen helfen, die in großer Zahl auch nach Harpstedt gekommen waren? Was damals entstand, wurde am Montag gewürdigt: In einer Feierstunde in der Begegnungsstätte erhielt die Flüchtlingsinitiative Harpstedt die „Helfende Hand“.
Bei der „Helfenden Hand“ handelt es sich um eine Olivenholz-Skulptur des Beckelner Künstlers Hans-Joachim Kampa. Als Wanderpreis wird mit ihr alljährlich in der Samtgemeinde Harpstedt vergeben. Mit ihr wird ehrenamtliche Solidarität mit Menschen in schwierigen Situationen gewürdigt – wobei der Preisträger jeweils Teil der Jury wird, die über die Vergabe befindet. Jüngste Preisträger waren das DRK-Blutspende-team (2015), Margret Hauk vom HTB (2014) und die Freiwilligen Feuerwehren (2013).
Dass die Flüchtlings-Initiative den Preis verdient hat, steht für Reinholde Lehmhus außer Frage. „Wir alle ziehen unseren Hut vor Euch und Eurer Leistung, die Euch oft an die Grenzen der Belastbarkeit geführt hatte und doch immer wieder abgerufen wurde“, sagte die Harpstedter DRK-Vorsitzende in ihrer Laudatio.
Lehmhus erinnerte an Bilder der Flüchtlingskrise ab 2015. „Ihr habt einfach angefangen und langsam aber sicher Strukturen entwickelt, mit denen Ihr arbeiten könnt und die Euren Schutzbefohlenen helfen, sich bei uns einzuleben“, bescheinigte sie der Harpstedter Initiative.
Aktuell, so sagte Schreppel, bestehe diese Initiative aus etwa 20 bis 25 Aktiven. Ziel sei die Hilfe zur Selbsthilfe. Das umfasse vielfältige Bereiche und reiche vom privaten Unterstützen beim Deutsch-Lernen über die Möbelsammlung bis zur Begleitung bei Arzt- oder Ämterbesuchen. Schreppel: „Wir haben auch schon geholfen, damit zwei Kinder an ihren Augen operiert werden konnten.“
