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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Nachfolge schon seit 2006 vorbereitet

25.04.2014

Harpstedt Seine „Hausaufgaben“ hatte Dr. Jürgen Ellwanger auch zu seinem Abschied als Samtgemeinde-Archivar am Mittwochabend gemacht. 16 Jahre tauchte er nicht nur tief in die Geschichte Harpstedts, sondern auch in das historische Umfeld ein und er wäre nicht mit Herzblut Archivar, wenn er nicht für einen Nachfolger gesorgt hätte. Mit Günter Kastendieck aus Klosterseelte hatte Ellwanger schon 2006 angefangen, einen Nachfolger einzuarbeiten – mit dem Versprechen, ihn in der Anfangsphase beratend zu unterstützen.

Für Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes war die Verabschiedung des Samtgemeindearchivars eine besondere Ehre. „Heute wollen wir Danke sagen, denn Dr. Ellwanger hat am 30. April seinen letzten Arbeitstag im Archiv der Samtgemeinde“, so Cordes. Jeder Abschied sei zugleich ein Anfang. „Es hört nicht nur etwas auf, es fängt auch etwas Neues an. Die meisten gehen wehmütig, einige mutig. Ich glaube, Sie gehen mutig“, mutmaßte Cordes.

Der gebürtige Lahauser (Landkreis Diepholz) ist Jahrgang 1940 und studierte Schiffsbau an TU Hannover, arbeitete bei den Howaldswerken Kiel (1966-1969), dann bis 1973 als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehrauftrag Schiffsfertigung an der TU Berlin, promovierte und war im Anschluss von 1973 bis 1976 bei „AG-Weser“ beschäftigt. Danach arbeitete er bei Krupp in Essen und Rheinhausen, ab 1986 bis 1990 bei MBB Hoykenkamp Marinetechnik und war bis 1996 bei Aircraft Service Center Lemwerder tätig.

Wie Cordes weiter aufzeigte, habe Ellwanger das Archiv im Sinne des Vorgängers Gerd Heile vor 16 Jahren übernommen. Berichte, Dokumente und Schreiben zu erfassen, zu ordnen und zu katalogisieren seien typische Tätigkeiten. Aber auch die Erstellung von Chroniken wie für Horstedt und Köhren, die aufwendige Digitalisierung von alten Ortsplänen- und -karten und die Erfassung der Kirchenbücher mit PC-Unterstützung gehörten zum Tätigkeitsbereich.

„Daneben möchte ich nur an die Bildung des Gesprächskreises „Zeitzeugenberichte“ mit Start vor zehn Jahren erinnern“, stellte Cordes weiter heraus. Nicht unerwähnt ließ er die zahlreichen Veröffentlichungen, wie „Schwierige Zeiten – Harpstedt zwischen dem Kriegsende und der Währungsreform“ oder „12 Jahre – Harpstedt im Nationalsozialismus“ und die Chronik „500 Jahre Bürgerschützen Harpstedt 1509“ – Arbeiten, mit denen sich Ellwanger viel Anerkennung und Respekt erwarb.

„In der Zeit als Archivar konnte ich viele Freunde kennenlernen und Menschen erleben“, erklärt der scheidende Archivar. Er berichtete unter anderem von einem US-Offizier vom Stützpunkt Ramstein, der Material über den Bomber-Absturz auf dem Dreiangel 1943 über ein immer noch vermisstes Bordmitglied haben wollte. Daneben legte Ellwanger eine lange Liste über Projekte und Dokumentationen vor.

Vor allem bedankte er sich aber bei Wegbegleitern wie Rolf Weber, Konrad Knolle, Otto Bode und Harald Grimsehl. Ellwanger: „Für mich war das alles Hobby, aber auch eine Verpflichtung die Nachlassenschaften von Heile und Grimsehl fortzuführen.“

Nachfolger Günter Kastendieck hat ebenfalls seine Ziele. Er will mehr über die Ortsteile in der Samtgemeinde wie etwa „Ordekenbrücke“ in Kirchseelte in Erfahrung bringen. Dazu wird die Zeit im Archiv jeweils montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr wohl nicht reichen. „Einiges nimmt man dann eben mit nach Hause“, so Kastendieck.

Im Anschluss an die offizielle Verabschiedungsfeier lud der scheidende Archivar, ebenfalls im Hotel „Zur Wasserburg“ in Harpstedt, zu einer Vorführung mit Filmen ein, die eine ortsgeschichtliche Bedeutung haben. Zu sehen war unter anderem die Suche nach dem abgestürzten US-Bomber 1943, Eröffnung des Schwimmbades 1968, Feuerwehr-Oldtimer-Treffen 800-Jahr-Feier und mehr. Am kommenden Dienstag wird der Filmabend noch einmal wiederholt.

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