Harpstedt - Vorsichtig öffnet Jens Fröhlke die Tür zum Übungsraum im Ersten Pfarrhaus, in dem der Harpstedter Posaunenchor jeden Montagabend probt. „Wir suchen jemanden, dem wir heute Abend sagen wollen, dass es toll ist, was er macht und ohne den vieles hier in Harpstedt nicht gelaufen wäre“, gibt sich Fröhlke unwissend und verrät noch nicht, dass diese Person längst gefunden ist.
Erst als die mobile Trennwand beiseite geschoben wird, sehen die Musiker, dass Fröhlke zu einem Überraschungskomitee von sieben Personen gehört, die unangekündigt den Ehrenamtspreis „Harpstedter Hand“ überbringen wollen. Klaus Corleis heißt der Preisträger für das Jahr 2012.
Der 47-Jährige leitet nicht nur den Posaunenchor seit über 20 Jahren ehrenamtlich, er ist seit 2000 auch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der ev.-lutherischen Gemeinde, bringt sich seit langem als Kassenwart im Vorstand der Fördergemeinschaft Koems mit ein und ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Harpstedt.
Weiter weiß Jens Fröhlke, Stifter des Ehrenamtspreises, zu berichten, dass auf Initiative von Klaus Corleis der Harpstedter Christusgarten entstand und er an der Renovierung der Kirche und der Erneuerung des Kapellengeländes auf dem Friedhof maßgeblich beteiligt war.
„Allein kann hier keiner was“, wirft Corleis bescheiden ein, dem der Rummel um seine Person sichtlich unangenehm ist. Der Buchhalter, der bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Harpstedt arbeitet, möchte auch seine Frau Birgit nicht unerwähnt lassen, die ebenfalls im Posaunenchor musiziert und die vielen Aktivitäten ihres Mannes unterstützt.
Vorjahres-Preisträgerin Annelen Voß überreicht den Wanderpreis, eine von Bildhauer Hans-Joachim Kampa erschaffene Holzhand. Dazu Blumen und einen Gutschein. Die bisherigen Preisträger treffen sich einmal im Jahr in lockerer Runde und gucken einen neue Person aus, die den Ehrenamtspreis verdient. „Aber auch andere dürfen gerne Vorschläge an uns herantragen“, ermuntert Fröhlke.
