Harpstedt - Auch die Ergebnisse der amtlichen Probennahme durch den Landkreis Oldenburg bringen keine Klärung in das Rätselraten um die stinkende braune Masse in den Schächten auf dem Gelände der alten Kartoffelschnapsbrennerei in Harpstedt. Der Landkreis teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass die Proben, die von der Landwirtschaftsuntersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) vor Ort genommen wurden, sowohl Reststoffe von Kartoffelschlempe als auch Reststoffe von Rindergülle enthalten.

Eine Mengenzuweisung Kartoffelschlempe im Verhältnis zu Rindergülle oder umgekehrt sei aufgrund der Analyseergebnisse nicht möglich, erklärt der Pressesprecher des Landkreises, Oliver Galeotti. Zudem weist die Kreisverwaltung darauf hin, dass weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden. Bis zur Klärung weiterer Details können diese nicht ausgeführt werden.

Weiterhin steht also die Frage im Raum, woher die stinkende Masse stammt. Ein Mitglied der ehemaligen Brennereigenossenschaft hatte gegenüber der NWZ  erklärt, dass sie die Schächte auf dem Gelände geleert, gespült und die Schlempe – Reststoffe aus dem Brennprozess – ordentlich entsorgt habe. Fraglich ist also weiterhin, ob die Masse von Dritten oder dem neuen Besitzer, der Gülle-Bank Weser-Ems, in die alten Schächte gepumpt wurde.

Auch die SPD-Fraktion im Flecken greift das Thema alte Brennerei nun wieder auf. Für die kommenden Ausschusssitzungen stellt die SPD Anträge an den Fleckenrat. Die Politiker um Hermann Schnakenberg raten dem Rat dazu, der Nutzungsänderung im Außenbereich der Brennerei nicht zuzustimmen. Auch die Nutzung des Geländes als Seniorenzentrum, wie vom neuen Besitzer geplant, werde abgelehnt. Außerdem hofft die Fraktion darauf, dass der Fleckenrat dem Landkreis rät, den Abbruch der bisher im Außenbereich privilegierten Anlage zu verfügen, heißt es in der Mitteilung der SPD-Fraktion im Flecken.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland