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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Harpstedt

Literatur: Sagenhaftes trifft Geschichte

29.11.2016

Harpstedt Er muss schon ein übler Zeitgenosse gewesen sein, dieser Simon von Beckeln. „Katze“ tischte der Edelmann ahnungslosen Bauern auf, denen doch ein Hasenbraten zustand. Woraufhin die Landleute ihm an den Kragen wollten und sein Gut in Brand steckten. So jedenfalls erzählt es die Sage. Nur: Was ist Mythos – und was historischer Hintergrund? Dieser Frage geht Prof. Bernd Ulrich Hucker in seiner jüngsten Veröffentlichung nach. 43 Sagen aus dem Harpstedter Raum hat er zusammengetragen und kommentiert.

„Natternkönigin und Riesen. Sagen aus dem Harpstedter Raum“, heißt das 188-seitige Werk. Es ist das zweite Buch, das im Zuge des Forschungsprojektes „Bäuerliche Besiedlungs- und Geschlechterhistorie im mittelalterlichen Amt Harpstedt“ erschienen ist, wie Prof. Karin Holm, Vorsitzende des Projekt-Beirates, bei der Vorstellung der Veröffentlichung erklärte. Vier weitere Veröffentlichungen seien für 2017 vorgesehen.

Sagensammlungen, so sagte Hucker, seien bislang so aufgebaut, dass die einzelnen Geschichten nacheinander vorgestellt würden. Sofern es Hinweise auf historische Bezüge gebe, müsse man Fußnoten folgen.

Das ist bei „Natternkönigin und Riesen“ anders. Beispiel Simon von Beckeln: Hier fügt Hucker zunächst eine Ballade von Hermann Löns ein. Der Heidedichter hatte den Stoff der Sage, leicht abgewandelt, 1909 in einer Dichtung aufgegriffen.

Hucker recherchierte schließlich, ob es Spuren eines Simon von Beckeln gibt. Laut Sage floh der unedle Edelmann samt Familie nach Wildeshausen, erkaufte sich dort Schutz. Tatsächlich, so fand es Hucker heraus, sei das Geschlecht de Bekelen Mitte des 14. Jahrhunderts nach Wildeshausen gezogen. Der Vorname Simon sei in der Familie aber nicht nachweisbar.

Huckers Arbeit ist im Solivagus-Verlag erschienen. Das Kieler Unternehmen widme sich der wissenschaftlichen Fachliteratur, sagte Solivagus-Gründer Dr. Stefan Eick. Ein Sagenbuch passe eigentlich nicht in die Reihe der Veröffentlichungen – doch Huckers Buch sei nicht nur „Lesevergnügen“, sondern auch ein wissenschaftliches Buch. Weil zur Illustration Fotos nicht in Frage kamen („man kann nicht Fiktion und Reales miteinander vermengen“), habe man Bilder zu den Sagen gesucht. Fündig wurde der Verlag bei Huckers Tochter Gabriela, 13: Deren Zeichnungen zeigten Talent, attestierte Eick.

Uwe Cordes, Vorsitzender des Geschichtsvereins der Samtgemeinde Harpstedt, begrüßte die Veröffentlichungen geschichtlicher Publikationen über die Samtgemeinde. Der Verein wolle fortsetzen, was das Forschungsprojekt begonnen habe, kündigte er an. „Ideen sind genug da.“  „Natternkönigin und Riesen“, erhältlich im Buchhandel, 14,90 Euro

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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