Beruf und Politik sind nicht alles. Die Ð stellt Hattens Bürgermeisterkandidaten von deren privater Seite vor."> Navigation überspringen
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Porträt Guter Allrounder mit starkem Durchhaltevermögen

Kirchhatten - Es ist früher Nachmittag, Anfang dieser Woche. Christian Pundt hat gerade zwei Termine hinter sich. Nicht bloßer Wahlkampf: Gemeinsam mit Hatter SPD-Mitgliedern hat er die Jugendwerkstatt Lupo in Kirchhatten und in Sandkrug besucht. Kein Werbematerial für den Bürgermeisterkandidaten wurde verteilt. Pundt, der von den Sozialdemokraten unterstützt wird, informierte sich vielmehr bei Leiterin Anne Bohlen und ihren Mitarbeitern. Im Falle seiner Wahl möchte er die Gemeinde und ihre Einrichtungen bereits möglichst gut kennen.

Respekt gehört dazu

Die kurze Pause bis zum nächsten Termin nutzt er, um etwas für seine Fitness zu tun. Manchmal begleiten ihn beim Laufen bereits seine beiden fünf und sechs Jahre alte Söhne auf dem Fahrrad. Heute ist es Connor, ein sechsjähriger Labrador-Rüde, der mit Christian Pundt unter der denkmalgeschützten alten Eiche kurz vor dem Ortsausgang steht. In Laufbekleidung geht es auf den langgestreckten Weg, der tief in das Waldgebiet hineinführt. Der angeleinte Hund gibt das Tempo vor, so dass die Menschen noch Luft für ein Gespräch haben. Christian Pundt strahlt nicht nur Sportlichkeit aus, er ist auch zweifellos sportlich. Als junger Mann war es vor allem der asiatische Kampfsport, der den Polizisten faszinierte. Ein schwarzer Gurt und Trainerschein im Ju-Jutsu zeugen davon. „Mir war es immer wichtig, Wissen und Fähigkeiten an andere weiterzugeben und viel zu lernen“, sagt Pundt. Respekt vor Älteren, vor anderen Meinungen, aber auch Disziplin, Zielstrebigkeit und Erfolgsorientierung sind Werte, die er mit dem Kampfsport verbindet und die alle Lebensbereiche berühren.

Mittlerweile haben sich Pundts sportliche Ambitionen verlagert. Im Jahr 2000 lief er in Hannover den ersten Marathon in beachtlichen 3 Stunden 19 Minuten, seine Halbmarathonzeit ist mit 1:19 noch beeindruckender. Noch mehr fasziniert ihn allerdings der Triathlon. Die Frage nach seinen Erfolgen scheint ihm fast ein bisschen unangenehm. „Ich bin ein guter Allrounder, außerdem habe ich gelernt an meinen Schwächen zu arbeiten und Niederlagen mit viel Durchhaltevermögen zu überwinden“, sagt er. Erst auf Nachfrage erfährt sein Gesprächspartner, dass der heute 41-Jährige bereits Sieger seiner Altersklasse im Oldenburger Bären-Triathlon gewesen ist.

Beim Schwimmen, Laufen oder Radfahren schöpft der Kirchhatter nicht nur neue Energie für den Alltag oder den stressigen Wahlkampf, er bekommt so auch den Kopf frei, wie er erzählt. Zum Beispiel für die bisher wenig wissenschaftlich untersuchte Frage, wie Polizeibeamte, aber auch andere Einsatzkräfte, Hochstressphasen erleben und bewältigen können. Pundt, der zurzeit als Dozent an der Polizeiakademie in Oldenburg arbeitet und nebenamtlich als Konfliktmanager tätig ist, hat das Problem in der Freizeit wissenschaftlich durchleuchtet. Eines der Ergebnisse: Bei Einsätzen mit unklarer Bedrohungslage schnellte der Puls bei Beteiligten bis auf 226 Schläge in der Minute hoch und sie benötigen im Vorfeld realistische Trainingsszenarien, um diese bewältigen zu können.

Familienmensch

An der Uni Bremen fertigt der 41-Jährige gerade seine Doktorarbeit zu dem Thema. Auf einer Sicherheitskonferenz des österreichischen Innenministeriums durfte er im April Ergebnisse vorstellen. Bemerkenswert für jemanden, der seine Hochschulreife an der Abendschule nachgeholt und neben zwei Studiengängen und Beruf auch eine Familie gegründet hat. Familie ist Pundt wichtig. Sein Vater kommt gebürtig aus der Landwirtschaft und war beruflich als Tischler selbstständig. Seine Mutter arbeitete als Verkäuferin im Einzelhandel. Christian Pundt ist das jüngste Kind, er hat zwei Brüder und eine Schwester. „Als Familienmensch kenne ich die Sorgen und Nöte der Eltern und die der älter werdenden Generation“, so Pundt.

Wenig überraschend, dass ein Mann mit so vielen Facetten bei einigen anfangs auf Skepsis stößt. Er wolle doch sicher noch weiter in die Landespolitik, nach Hannover, unterstellte ihm vor ein paar Wochen ein Gesprächspartner. „Nein. Mein Wunschziel ist es ganz klar, Bürgermeister in Hatten zu werden und zu bleiben“, sagt Pundt mit Nachdruck. Auf kommunaler Ebene im Interesse der Bürger miteinander Zukunft zu gestalten, fern von Parteizwängen, ist erklärtes Ziel des Diplomverwaltungswirts (FH).

Seine Fähigkeiten als Verhaltenstrainer, Konfliktmanager und seine offene Persönlichkeit sieht er genau hier an der richtigen Stelle. Mehr Transparenz, alle Seiten eines Problems mit den Beteiligten im Vorfeld von Entscheidungen lösungsorientiert durchleuchten und vernünftige Kompromisse finden – so will er vorgehen. Bereits in den Wochen vor der Wahl bietet er den Hattern an, diese „auf einen Kaffee/Tee zu besuchen und sich ihren Fragen zu stellen“. Das Angebot werde gut genutzt, erzählt er, insbesondere in Sandkrug, Sandhatten, Streekermoor und Hatterwüsting. Er möchte die Menschen überzeugen, wie er im Winter 2013 die SPD überzeugt hat, auch ohne Parteibuch der richtige Mann für Hatten zu sein. Die Ausdauer und Zielstrebigkeit dafür hat er zweifellos.

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