HATTEN - HATTEN/SO - Der Mangel an Lehrstellen für junge Menschen hat bei einigen Arbeitgebern zusätzliche Anstrengungen ausgelöst: So hat die Gemeinde Hatten in diesem Sommer gleich zwei zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten – dankbare „Nutznießer“ dieser Entscheidung sind David Röhr (18) und Kai Bakenhus (19).
David Röhr begann am Dienstag im Rathaus zusammen mit Marcel Stoyke (16), der den schon im vergangenen Jahr ausgeschriebenen „regulären“ Ausbildungsplatz bekommen hatte, eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Der 18-jährige Sandkruger, der zuvor die zweijährige Handelsschule Wirtschaft absolviert hatte, ist froh, dass sich nach 30 vergeblichen Bewerbungen doch noch ein Erfolg eingestellt hat und er sich unter 23 Bewerbern durchsetzen konnte. Kai Bakenhus freut sich, dass ihm die Gemeinde Hatten quasi einen „zweiten Start“ ins Berufsleben ermöglicht. Nachdem der junge Mann aus Tweelbäke-Ost eine Lehre als Gärtner abbrechen musste, wird er nun drei Jahre lang als Fachkraft für Abwassertechnik im Klärwerk ausgebildet.
Der 16-jährige Sandhatter Marcel Stoyke hat gleich mit der dritten Bewerbung einen Erfolg gelandet. Er wird zurzeit im Hauptamt eingesetzt und fühlt sich im Rathaus bereits „richtig wohl“. Die drei Neulinge wurden am Dienstag von Elke Szepanski, der Allgemeinen Vertreterin des Bürgermeisters, und der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Kerstin Diekhöfer begrüßt. Am 14. August beginnt für Marcel Stoyke und David Röhr ein vierwöchiger Einführungslehrgang am Studieninstitut Oldenburg. Für Kai Bakenhus startet im Oktober der dreimonatige Blockunterricht an der Berufsschule. In der praktischen Ausbildung kooperiert die Gemeinde mit der Stadt Oldenburg.
Glücklich, einen Ausbildungsplatz bekommen zu haben, ist auch Inna Mast. Die 21-Jährige aus Lutten (Gemeinde Goldenstedt) hat am Dienstag eine dreijährige Lehre als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte in der Kanzlei von Erich F. Biebert an der Munderloher Straße begonnen. „Unsere Kinder sind selber in diesem Alter – daher haben wir uns entschlossen, einen weiteren Ausbildungsplatz zu schaffen“, berichtet Ulrike Biebert, die ihren Mann als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte unterstützt. Die kleine Kanzlei hat mit Nastja Maier bereits eine Auszubildende im dritten Lehrjahr. Beide Berufsanfängerinnen haben einen eigenen Schreibtisch mit PC. Um am 1. August „richtig durchstarten“ zu können, hat Inna Mast bereits seit dem 19. Juli ein Praktikum bei Bieberts absolviert: „Das hat mir bestätigt, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.“ Schon als Kind habe sie Richterin werden wollen, nun lernt sie die Justiz aus anwaltlicher Sicht kennen. Auf die Stelle war die Abiturientin, die
rund 50 Bewerbungen geschrieben hatte, durch eine Jobbörse im Radio aufmerksam geworden.
