Sandhatten/Huntlosen - Die Hunte erhält nahe des früheren Staus Dehland zwei neue Flussschleifen. Damit verlängert sich der Huntelauf bei Sandhatten um 680 Meter. Um das Wasser abzubremsen und in sein neues Bett zu zwingen, entstehen kurz vor und nach der Stauanlage zwei Absperrdämme, die Reste des alten Stauwehrs werden entfernt. In der Vergangenheit war der Huntelauf hier um rund 30 Prozent verkürzt worden. Die erhöhte Fließgeschwindigkeit des Wassers hat seit 1950 das Flussbett um bis zu zwei Meter vertieft – mit negativen Folgen für den Grundwasserstand.
Umgesetzt wird das Projekt, in dessen Verlauf rund 60 000 Kubikmeter Boden bewegt werden, ausschließlich auf öffentlichem Grund und Boden. Der Kreis hat über Jahre die notwendigen Flächen erworben. Die Gesamtkosten der Maßnahme beziffert die Hunte-Wasseracht auf rund 800 000 Euro. Zu 90 Prozent stammt das Geld vom Land Niedersachsen und der Europäischen Union. 60 000 Euro trägt der Landkreis Oldenburg, weitere 35 000 Euro stellt die Umweltstiftung Weser-Ems bereit, aus deren Mitteln unter anderem eine filmische Dokumentation des Vorhabens für Schulen und andere öffentliche Einrichtungen finanziert werden soll.
„Mit diesem Kernstück der Maßnahme erreichen wir eine Verringerung des Gefälles und der Fließgeschwindigkeit, zudem wird die Hunte an dieser Stelle durch den Abbruch des alten Wehres wieder für Fische und andere Wasserlebewesen passierbar“, schildert Hans-Dieter Buschan vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, der Hunte-Wasseracht (NLWKN) die Vorteile. Flankierend erhalten die Laufverlängerungen Stein- und Kiesbänke und werden mit Totholzelementen ausgestattet, um die früher typische ökologische Vielfalt an der Hunte wieder herzustellen. Für das notwendige Anheben der Wasserstände in den neuen Flussläufen sorgt eine Sohlengleite nahe der Dehlandbrücke. Um trotz des künftig höheren Wasserstands den Hochwasserschutz gewährleisten zu können, errichtet das NLWKN auf beiden Seiten der neuen Flussschleifen Erdwälle.
Den symbolischen ersten Spatenstich leisteten Vertreter des NLWKN, des Landkreises Oldenburg, der Gemeinden Hatten und Großenkneten und der Umweltstiftung Weser-Ems. Abgeschlossen werden soll der Bau der beiden Hunteschleifen im Herbst dieses Jahres.
