Kirchhatten - Wilson fühlt sich offensichtlich pudelwohl. Dabei ist der dreijährige Rüde ein Australian Shepherd. Doch wie er so im Kindergarten Kirchhatten von den Kindern umringt, gebürstet, geknuddelt und ab und zu mit einem Leckerli belohnt wird, das gefällt ihm offensichtlich.

Seit Februar dieses Jahres ist im ev. Kindergarten „tierisch was los“. Einmal wöchentlich bringt Erzieherin Claudia Puschmann einen ihrer beiden Hunde – Wilson oder Levis – mit. „Für die Kinder ist das immer ein besonderer Tag“, spürt auch Leiterin Anne Janßen.

Schon seit Anfang des Kindergartenjahrs liefen die Vorbereitungen für den Einsatz des vierbeinigen Besuchers. Viele Genehmigungen mussten eingeholt werden. Die Eltern wurden informiert, nach Allergien befragt. Claudia Puschmann absolvierte mit beiden Hunden die Begleithundeprüfung. Motiviert haben sie die seit langem anerkannten positiven Wirkungen von Besuchshunden für die kindliche Entwicklung. Kinder, die mit Tieren in Kontakt kommen, wachsen emotional gestärkt auf und zeigen eine Vielfalt sozialer Grundfertigkeiten – das haben Untersuchungen gezeigt.

Nicht jedes Kind hat aber das Glück, sein Leben mit einem Tier teilen zu können. „Hier kommen Wilson und Levis ins Spiel“, sagt Puschmann. Sie ist überzeugt: Hunde kennen den geheimen Zugang zur Seele des Menschen. Hunde fragen nicht nach Schönheit, sozialem Status oder Gesundheitszustand. Sie antworten direkt auf Liebe und Freude, die ihnen entgegengebracht wird. Die Kinder lernen aber auch, dass nicht alle Hunde gleich sind. Wilson zeigt zum Beispiel gerne Tricks und lässt sich dafür belohnen. Levis apportiert lieber Spielsachen und sucht gut versteckte Leckerlis.