Sandkrug - Freitagmorgen, dritte Schulstunde: In der Schülervertretung (SV) der Waldschule wird gelacht, es duftet wie in einem Blumenladen. Kein Wunder, 400 gelbe Rosen stehen auf den Tischen. Die Sechs- bis Zehntklässler falten kleine Papierherzen, drehen sie um die – bis auf wenige Ausnahmen – stachellosen Stängel und tackern sie fest. Gut, dass es nicht pikst. Die Schüler müssen sich beeilen, schließlich soll jeder Beschenkte seine Rose rechtzeitig erhalten.

Auf der Vorderseite steht der Adressat, auf der Rückseite ist Platz für einen Gruß und den Namen des Absenders, wenn der sich denn traut. Die SV und die Beratungslehrer sind vom Erfolg ihrer Aktion selbst ein wenig überrascht. „Wir haben gedacht, dass heute vielleicht 40 Blumen verschenkt werden“, sagt Larissa Grigoleit. Nun die zehnfache Menge am Valentinstag zu verteilen, sei logistisch ganz schön herausfordernd gewesen. Spitzenreiter ist die Klasse 7b, die allein 39 Rosen geordert hat.

Ursprünglich hatte die Schule eher an süße Grüße gedacht. „Das fanden die meisten aber nicht gut. Ich hab’ dann vorgeschlagen, Rosen zu verschenken“, erzählt Zehntklässlerin Jasmin Marx. Auf die Frage, ob sie selbst mit einem Blumengruß rechnet, lächelt sie wissend: „Ich glaube, ich bekomme welche.“

Bei der Wahl der Blütenfarbe entschieden sich die Initiatoren für gelb. Eine gute Wahl: Während rote Rosen eindeutig eine romantische Sprache sprechen, steht ihre gelbe Verwandte für Freundschaft, platonische Liebe oder ein Zeichen des Verzeihens.

Sag’s einfach durch die Blume, gilt auch für die Erwachsenen: Ein paar Waldschullehrer, so ist zu hören, haben am Valentinstag ebenfalls Rosen von ihren Schülern erhalten.