Kirchhatten - Die Freie Hatter Liste (FHL) schätzt die Situation in der Kirchhatter Ortsdurchfahrt für Radfahrer ähnlich kritisch ein, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). „Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach beantragt, einen Vertreter des ADFC zu den Beratungen im Fachausschuss einzuladen, damit diese die Knackpunkte erläutern können“, betont Ratsherr Andreas Richter.

Die FHL-Fraktion selbst setzt sich für ein Tempo-30-Limit für alle Verkehrsteilnehmer im Ort ein, nicht wie vorgesehen nur für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Wichtig, so Richter, sei auch, alle Bushaltestellen, z. B. vom Marktplatz auf die Straße zu holen. „Das würde helfen, den Verkehr zusätzlich abzubremsen.“

Schutzstreifen, die breiter angelegt werden, als die geplanten 1,25 Meter gehört ebenfalls zu den Maßnahmen, die nach Einschätzung der FHL erheblich zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer beitragen können. Ausgelöst durch die hohen Bordsteine, von denen Radfahrer verständlicherweise einigen Abstand halten würden, ginge zuviel Platz der Schutzstreifen bereits verloren. „Das war ja Teil des ursprünglichen Shared-Space-Gedankens: Den Radfahrern bessere Ausweichmöglichkeiten vor dem motorisierten Verkehr zu geben.“

Richter ist überzeugt, dass in Zukunft auch ein kritischer Blick auf die Sandkruger Ortsdurchfahrt sinnvoll wäre. Richters Fraktionskollege Michael Stegmann nutzte die Sitzung des Schulausschusses am Donnerstagabend dafür, den Antrag der FHL erneut an die Verwaltung zu stellen.

Kirchhattens Ortsdurchfahrt soll im Jahr 2022 endgültig fertiggestellt sein. Vorher wird es wohl auch noch keine Schutzstreifen für Radfahrer geben.