Sandkrug - Ein Generationenwechsel vollzieht sich im Beerdigungsinstitut Schwindt in Sandkrug: Am heutigen 1. April übergibt Horst Schwindt sein Institut an Kai Friedrich, der damit eine lange Tradition fortführen wird. 1994 hatte Schwindt das Beerdigungsinstitut von Rolf Arians am Mühlenweg 6 übernommen, Arians wiederum hatte seit 1958 die „Tischlerei mit Beerdigung“ von Diedrich Ahlers weitergeführt, der schon seit 1911 seinen Mitmenschen diesen letzten Erdendienst erwiesen und in dieser Zeit noch selbst die Särge in seiner Tischlerei hergestellt hatte.

Nachdem der Wunsch gerade der älteren Menschen immer größer wurde, sich über Beerdigungsvarianten und auch über Preise der Bestattungen zu informieren, erstellte Horst Schwindt 2005 an der Bümmersteder Straße 19 sein eigenes Institut, um in geeigneten Räumlichkeiten über alle Fragen einer Bestattung Auskunft zu geben. Auch dem dringenden Bedarf nach einer größeren Andachtshalle für nichtkonfessionelle Trauerfeiern kann er seither nachkommen.

Weil vor allem ältere Menschen Probleme haben, sich mit dem Tod zu befassen, habe es ihm immer besonders am Herzen gelegen, das Thema Sterben zu enttabuisieren, sagt Schwindt. In der Betreuung der trauernden Angehörigen und der Erledigung der umfangreichen Formalitäten habe er eine Hauptaufgabe gesehen, ebenso darin, möglichst alle bürokratischen Angelegenheiten und die Organisation der Bestattung in einer Hand durchzuführen. Das reicht von Abmeldungen bei Rententrägern oder Krankenkassen, Durchführung der Trauerfeier, Drucken von Trauerbriefen und Danksagungen bis zum Aussuchen eines Grabsteines. Die Angehörigen finden in seinem Institut zudem Raum und Zeit, sich emotional von dem Verstorbenen zu verabschieden

Mehrmals jährlich besuchen Konfirmandengruppen sein Institut im Rahmen ihrer Vorbereitung auf die Einsegnung, in der sie den gesamten Lebenszyklus von Geburt, Leben und Tod besprechen.

Er freue sich, in Kai Friedrich jetzt einen Nachfolger gefunden zu haben, der seine Arbeit fortführen werde, betont Horst Schwindt. Der 44-jährige Kai Friedrich, geboren in Rüsselsheim, wohnt seit 1989 in Sandkrug. Er wurde am ev. Krankenhaus zum Krankenpfleger ausgebildet und ist seit 2000 im Pflegedienst beschäftigt – seit 19 Jahren hauptamtlich in den Gemeinden Hatten und Wardenburg, wo ihn viele Pflegebedürftige und deren Angehörige aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit kennen.

Auch unter der Leitung von Kai Friedrich wird das Beerdigungsinstitut den etablierten Namen sowie die Anschrift und Telefonverbindung behalten.