Sandkrug - Die Gemeinde Hatten hat eine prägende Persönlichkeit verloren. Am Freitag, 1. August, verstarb der Sandkruger Richard Baumüller im Alter von 89 Jahren. Baumüller war für die Gemeinde nicht nur als Unternehmer wichtig, sondern engagierte sich auch auf anderen Ebenen fürs Gemeinwohl.

Dem Rat der Gemeinde Hatten gehörte er für die FDP 20 Jahre lang an – von 1961 bis 1981. Für sein kommunales Engagement wurde er im März 1973 mit dem Wappenteller und der Gemeindemedaille ausgezeichnet. In seinem Wohnort Sandkrug engagierte sich Richard Baumüller außerdem im Orts- und Bürgerverein, dessen 1. Vorsitzender er einige Jahre war, sowie in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr.

Richard Baumüller gehörte zu der Generation, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs unmittelbar miterlebte. Als 19-Jähriger war er 1944 neun Monate lang an der Ostfront stationiert. Er habe dort „die Hölle auf Erden“ erlebt, sollte er später selber diese Zeit beschreiben.

Bezogen auf sein Engagement für Sandkrug ist er von seinem eigenen Vater, Richard Baumüller sen., geprägt worden. Dieser war es, der 1933 im damaligen Kaffeehaus Streek die Freiwillige Feuerwehr Sandkrug ins Leben gerufen hatte. Außerdem war er von 1950 bis 1952 sogar Bürgermeister in Hatten. Der Sohn trat erfolgreich in die Fußstapfen seines Vaters und das nicht nur bei der Feuerwehr (1942 bis 1987 aktive Wehr). Zu Baumüllers Leidenschaften zählte die Jagd. Über 60 Jahre war der Verstorbene Jagdpächter des Reviers Hatterwüsting. 73 Jahre lang gehörte Baumüller sogar dem Hegering Hatten an, dem er bereits als 16-Jähriger beigetreten war. Die Waidmänner bedankten sich für seine Treue mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

Baumüller hinterlässt seine Frau Ilse, die er 1951 heiratete, und drei Kinder.