Sandhatten - Das Schicksal der jungen Flüchtlingsfamilien, die sich zurzeit in der Jugendherberge Sandhatten aufhalten, hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. In der NWZ -Redaktion stand am Donnerstagvormittag das Telefon nicht still.

Viele Bürger – aus Hatten, aber auch Hude, Ganderkesee und Wildeshausen – wollen den jungen Kindern dringend vermisstes Spielzeug – Schmusepuppen, Teddybären, einfache Puzzle und anderes Spielzeug – schenken. Dinge, die die zum Großteil erst wenige Wochen in Deutschland befindlichen Flüchtlinge nicht aus ihrer Heimat mitnehmen konnten. Nach Angaben der Bremer Sozialbehörde kommt etwa die Hälfte der Menschen aus Syrien, der Rest stammt aus Eritrea (Nordost-Afrika und Serbien).

Die Jugendherberge selbst ist, was Spielzeug für Kinder im Vorschulalter betrifft, nicht ausreichend ausgestattet, wie Leiter Jürgen Koopmann im Gespräch mit der NWZ  bedauerte. Laut Sozialbehörde werden die 57 Flüchtlinge bis zum 13. September auf dem Gelände der Jugendherberge bleiben. Mit Ausnahme von Spaziergängen sind weitere Ausflüge in die Umgebung nicht geplant. „Die Menschen sollen die Chance bekommen, etwas zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen“, so Behördensprecher Bernd Schneider.

Unter den Lesern, die möglichst schnell und unbürokratisch helfen wollen, war am Donnerstag auch Sandhattens stellvertretender Ortsbrandmeister Stefan Heinke. Sein Vorschlag: Um das kleine Team der Jugendherberge zu entlasten, öffnet die Sandhatter Feuerwehr am kommenden Sonnabend und Sonntag ihr Feuerwehrhaus, damit Bürger dort Spielsachen abgeben können (Adresse und Zeiten im Kasten). Die Feuerwehr wird das gesammelte Spielzeug unmittelbar im Anschluss am Sonntagnachmittag an den Jugendherbergsleiter übergeben. „Ich habe bei meinen Kameraden gefragt, wer mithelfen möchte – in kürzester Zeit haben sich 25 gemeldet“, freut sich Heinke. Viele wollten auch etwas spenden.

Die Wildeshauserin Rita Borchert hat sich am Donnerstag spontan ins Auto gesetzt und ihren Puppenwagen nebst Puppe bei der Jugendherberge abgegeben. „Ich habe noch den Krieg erlebt und kann mir vorstellen, wie es den Flüchtlingen geht“, erzählt sie. Das Spielzeug hat sie sich später selbst gekauft. Jetzt freut sie sich, damit einem jungen Mädchen eine große Freude gemacht zu haben. „Ich meine, uns geht es so gut, wir sind dazu verpflichtet, den Flüchtlingen zu helfen“, ist die Spenderin überzeugt.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten