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TEMPO-MESSGERÄT: Viele Fahrer nehmen den Fuß vom Gas

11.02.2005

HATTEN Die Gemeinde selber darf von Rasern keine Bußgelder kassieren. Mit ihren Daten belegt sie Forderungen nach „scharfen“ Messungen der Polizei.

Von Stephan Onnen HATTEN - Bußgelder kann die Gemeinde Hatten zwar nicht verhängen, wenn sie mit ihrem Tempo-Messgerät Raser ertappt. Gleichwohl verfehlt die mobile Geschwindigkeitsanzeige in vielen Fällen die erwünschte „erzieherische Wirkung“ nicht. Denn das Gerät zeigt für jeden Fahrer sichtbar dessen Tempo an und speichert die Werte gleichzeitig. Die Daten werden anschließend im Rathaus von der Verwaltung ausgewertet. Dabei habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die „von Anwohnern subjektiv wahrgenommenen Geschwindigkeiten häufig nicht der Realität entsprechen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Heike Kersting. Denn die Analyse der Daten habe ergeben, dass sich der größte Teil der Autofahrer an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halte.

Ein Beispiel dafür ist die Straße „Am Sportplatz“ in Sandkrug – auch aus diesem Bereich waren im Rathaus zuvor häufig Beschwerden über Raser eingegangen. Die Gemeinde hatte ihre „Geschwindigkeits-Info-Tafel“ daraufhin in der Woche vom 8. bis 12. November vorigen Jahres in der Tempo-30-Zone aufgestellt. Ergebnis: Nur 1,8 Prozent der Fahrer waren schneller als 30 km/h. Der Spitzenwert war 46 km/h. Rund 70 Prozent der gemessenen Verkehrsteilnehmer befuhren die Straße mit 15 bis 25 km/h. Der am häufigsten gemessene Wert (über 300-mal) war 19 km/h.

Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen tatsächlich häufig und trotz des nicht gerade kleinen Tempo-Messgeräts der Gemeinde zu schnell gefahren wird. Die Straße „Zum Rinderhagen“ – gleich um die Ecke von „Am Sportplatz“ – ist dafür exemplarisch. Die Geschwindigkeitsanzeige war vom 22. bis 26. November in Höhe der Wohnanlage postiert – dort sind ebenfalls höchstens 30 km/h erlaubt. Diese Marke überschritten 66,2 Prozent der Fahrer. 13 Prozent waren schneller als 45 km/h – zweimal wurden sogar 70 km/h überschritten.

Für die Raser blieben die Vergehen folgenlos. „Für uns sind solche Resultate aber ein guter Beleg, um die Polizei zu bitten, tätig zu werden“, sagt Heike Kersting. So sind auch die Unterlagen der „Rinderhagen“-Messung an die Ordnungshüter weitergeben worden. Und die reagieren dann mit „scharfen Messungen“, bei denen Tempo-Sünder zur Kasse gebeten werden. Zuletzt war das auf Initiative der Gemeindeverwaltung am Voßbergweg der Fall gewesen.

im Dauereinsatz

Seit Juni 2002 hat die Gemeinde Hatten mit der Firma PMS Werbedruckservice GmbH aus Neustadt/Weinstraße einen Pachtvertrag über ein Tempo-Messgerät mit Geschwindigkeitsanzeige abgeschlossen. Die Gemeinde kann das Gerät für die Dauer von sechs Jahren kostenlos nutzen. Der Pachtzins wird über Sponsoren finanziert.

Die Tafel ist fast ununterbrochen im Einsatz – vor Schulen und Kindergärten sowie an sonstigen Gemeindestraßen. Sie wird in der Regel für eine Woche vom Bauhof fest an einem Standort installiert. Zurzeit steht sie in Kirchhatten an der Kreuzung Osterkamp/Birkenwinkel – Anwohner hatten dort überhöhte Geschwindigkeiten in Richtung Munderloher Straße beklagt. Wer an Gemeindestraßen wohnt und ähnliche Sorgen hat, kann sich an Maik Schwarzer vom Ordnungsamt unter 04482/922-237 wenden. Nächste Woche wird das Messgerät an der Dorfstraße in Höhe Leipziger Straße in Hatterwüsting installiert.

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