Hatten/Dörverden - 25 interessierte Kinder sind der Einladung des Nabu Hatten gefolgt und mit zum Wolfscenter in Dörverden gefahren. Zunächst konnten die jungen Teilnehmer in kleinen Gruppen den Spielplatz und das Streichelgehege erobern. Keine Angst, es wurden Ziegen und nicht etwa Wölfe gestreichelt.

Dann versammelten sich alle mit den Nabu-Betreuern Karin Knüttel, Heike und Horst Janoske und Heike Burghardt zur Führung. Nachdem gleich zu Beginn ein kräftiger Regenguss die Gruppe der jungen Gäste unter das Holzdach des Trapperforts gescheucht hatte, was die Biologin des Wolfscenters aber mit Bravour durch interessante Informationen und Anschauungsobjekte überbrückte, ging es dann zu den Wolfsgehegen mit den größtenteils handaufgezogenen Tieren. Hier konnten als erstes die Europäischen Grauwölfe beobachtet werden, die ganz gelassen die Besucher auf der anderen Seite des Zaunes registrierten. Im Nachbargehege gab es die Hudson-Bay-Wölfe Dala und Kimo zu sehen, ein Geschwisterpaar, das im Fell wesentlich heller ist als die Grauwölfe. Als die Besuchergruppe nun aufgefordert wurde, das typische Wolfsgeheul zu imitieren, ließen sich die Kinder nicht lange bitten und stimmten ein ohrenbetäubendes Heulen an. Kaum war dies verklungen, zeigten Dala und Kimo, dass auch sie heulen können, am helllichten Tag und ohne Mond, was allemal eher in die Welt der Märchen und Mythen gehört. Das „echte“ Wolfsgeheul beeindruckte die Kinder aber dann doch durch Lautstärke und Länge. Vorbei an dem Schafsgehege mit Waldschafen und einem imposanten 40 kg schweren Herdenschutzhund ging es auf eine Aussichtsbühne, von der aus die Fütterung der Wölfe für alle gut zu beobachten war. So bekamen die Teilnehmer auch vorgeführt, dass die Wölfe tatsächlich wählerisch bei den zugeworfenen Fleischstücken sind, solange sie sehen, dass die Tierpfleger noch einen Eimer mit eventuell „besseren“ Stücken in der Hand halten.

Gern hätten alle sich noch intensiver im Wolfscenter umgeschaut und beispielsweise bei den Tschechoslowakischen Wolfshunden die wenigen Merkmale, die sie vom Wolf unterscheiden, herausgefunden. Und so manch einer schaute verträumt zum Baumhotel hinauf, in dem man übernachten und morgens mit dem Blick ins Wolfsgehege aufwachen kann. Deshalb wollten etliche Kinder nach diesem sehr informativen Tag zu einem späteren Termin mit ihren Eltern wiederkommen, berichtet Heike Burghardt.