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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Hatten

RATHAUS: Zur Premiere roten Teppich ausgerollt

09.06.2006

KIRCHHATTEN Das Rathaus war zehn Wochen lang eine Baustelle. Die Fahrstuhl-Bedienung ist behindertenfreundlich gestaltet.

Von Stephan Onnen KIRCHHATTEN - Zur Premiere des neuen Fahrstuhls im Kirchhatter Rathaus hatte die Gemeindeverwaltung am Mittwochnachmittag einen roten Teppich im Foyer ausgerollt. Über diesen schritten die Gäste, wenn sie den Aufzug ausprobieren wollten. Die offizielle Einweihungsfahrt blieb einem ehemaligen Bürgermeister vorbehalten, in dessen Amtszeit vor 24 Jahren die Rathaus-Erweiterung gefallen war. „Damals“, so bekannte Eilert Tantzen, „hatten wir nicht daran gedacht, dass so etwas eigentlich selbstverständlich sein muss.“ Heute weiß der auf einen Rollstuhl angewiesene Alt-Bürgermeister eine behindertengerechte Ausstattung von öffentlichen Einrichtungen umso mehr zu schätzen. Tantzen dankte dem Rat und Bürgermeister Helmut Hinrichs dafür, dass man trotz schwieriger Finanzlage diese Investition getätigt habe.

Das Geldausgeben für den Fahrstuhl fiel der Gemeinde indes relativ leicht, weil die Summe zum größten Teil nicht die eigene Kasse belastet hat: Die Kosten in Höhe von 75 000 Euro wurden mit 50 000 Euro vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie bezuschusst. Die Fördermittel stammen aus einem Fonds, in den Arbeitgeber Ausgleichsabgaben einzahlen müssen, wenn sie nicht die vorgegebene Quote an Arbeitsplätzen für Behinderte anbieten, erläuterte Jürgen Lakeberg als Vertreter des Integrationsamtes Oldenburg. Die Bezuschussung wurde möglich, weil die Gemeinde Hatten über zwei Mitarbeiterinnen verfügt, denen eine außergewöhnliche Gehbehinderung attestiert wird.

Der Fahrstuhl kommt indes jedem zu Gute. Der von der Firma A+S aus Bissendorf installierte Aufzug ist für acht Personen bzw. für eine Last von 650 Kilogramm ausgelegt. Die Bedientableaus seien sowohl für Sehbehinderte als auch für Rollstuhlfahrer geeignet, betonte Architekt Detlef Stigge.

Während die technische Ausstattung „nur“ rund 25 000 Euro gekostet hat, schlugen die Umbauarbeiten im Rathaus, das für gut zehn Wochen eine Großbaustelle gewesen war, mit 50 000 Euro zu Buche. „Es mussten drei Decken durchschnitten werden. Allein vier Tage hat es gedauert, mit Presslufthämmern durch die Stahlbeton-sohlplatte zu kommen“, berichtete Stigge.

Gemeinde Hatten investiert 100 000 Euro in ein behindertenfreundliches Rathaus

Insgesamt hat die Gemeinde Hatten in den vergangenen Wochen inklusive des Fahrstuhl-Einbaus 100 000 Euro in die behindertengerechte Umgestaltung des Rathauses investiert, sagte Bürgermeister Helmut Hinrichs. Großes Lob gebührt den Bauhof-Mitarbeitern, die auf dem Rathaus-Vorplatz das grobe Kopfsteinplaster zwischen Behinderten-Parkplatz und Haupteingang durch rotes Klinkerpflaster ersetzt haben. Vom Gehweg an der Hauptstraße bis zum Portal wurde ein zwei Meter breiter Klinkerteppich gepflastert.

An weiteren Maßnahmen listete Hinrichs auf:

die Erneuerung der Beleuchtung und der Notrufanlage auf der Behinderten-Toilette sowie die Ausstattung mit einer automatischen Türöffnung

das Anbringen von Kleiderhaken an der Garderobe in unterschiedlichen Höhen

die Verlängerung der Handläufe an der Treppe zum Obergeschoss

die Schaffung von zwei neuen Behindertenparkplätzen im Bereich des Hintereingangs, der mit einer automatischen Türöffnung ausgestattet wurde.

Die Gemeinde habe damit eine Reihe von Vorschlägen, die die Sandkruger Fachberaterin Birgit Grühn im vorigen Jahr in einem kostenlosen Gutachten unterbreitet hatte, umgesetzt, sagte Hinrichs. Expertin Grühn äußerte sich zufrieden, ließ aber durchblicken, dass es noch einiges mehr zu tun gibt: „Das sind sehr gute Ansätze.“

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