Hinte/Krummhörn - Die Bürgerinitiative (BI) Saubere Luft Ostfriesland kämpft seit mehr als zehn Jahren für die Qualität der hiesigen Luft und gegen den Klimawandel. Nun bekommen sie ein neues kommunales Mitglied: die Gemeinde Hinte. Dort entschieden die Politiker einstimmig auf Drängen der Grünen, Mitglied der BI zu werden.
Außerdem soll sich die Gemeinde Hinte der BI, der Stadt Emden sowie der Stadt Borkum bei ihrem Widerstand gegen die Genehmigung zur Erweiterung der Abfallverbrennungsanlage der EEW Energie From Waste Delfzijl B.V. anschließen. Dort soll eine Klärschlammanlage entstehen.
Zugleich solle auch auf den Landkreis Aurich Druck ausgeübt werden, sich dieses Themas anzunehmen. Dazu soll der Landkreis Naturschutzbehörden wie den NLWKN und den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit einbeziehen. Mit der Mitgliedschaft der Gemeinde Hinte sollten die ostfriesischen Widerständler gegen die niederländische Industrie weiteren Rückenwind erfahren, hofft Initiator Gerhard Weidemann (Die Grünen), „denn auch wir hier spüren die Auswirkungen der niederländischen Schwerindustrie“.
Einen Schritt weiter ist derweil Hintes Nachbargemeinde, die Krummhörn. Sie ist bereits Mitglied der Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland. Da soll nach dem Willen von Grünen-Chef Joachim Kah aber mehr Druck aufgebaut werden, sagte Kah. „Wir können nicht wie bisher nur darauf hinweisen, dass wir eigentlich nicht zuständig sind und die Verantwortung auf andere schieben“, sagt Kah. Mit einem entsprechenden Appell habe er sich zuletzt auch an die weiteren Fraktionen im Krummhörner Gemeinderat gewandt. Zugleich bietet Kah an, sich mit den Grünen in der Gemeinde Hinte, der Stadt Emden, der Gemeinde Südbrookmerland und der Stadt Norden zu einem Arbeitskreis zu versammeln, um den Widerstand besser zu koordinieren, „sobald die Pandemie es zulässt“.
Mit diesem Thema könnte auf den Krummhörner Gemeinderat allerdings ein alter Bekannter wieder zukommen: die Debatte um eine Luftschadstoffmessstation am Deich. Dieses Thema war vor wenigen Jahren vom Gemeinderat abgeschmettert worden, inzwischen ist die Frist für eine Neuauflage des Antrags allerdings abgelaufen.
