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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

3000 Störfälle in deutschen Kernkraftwerken seit 1965

10.08.2006

BERLIN BERLIN/DPA - Seit 1965 hat es zahlreiche Störfälle in deutschen Kernkraftwerken gegeben. Amtlich wurden „besondere Vorkommnisse“ in etwa 3000 Fällen gemeldet, von denen die überwiegende Zahl in die niedrigsten Gefährdungskategorien eingestuft wurden. Die Zahl schwerer Pannen bleibt gering. Für das Jahr 2004 berichtete das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) über 154 meldepflichtige Ereignisse, von denen 148 unter „normal“ (N – innerhalb von 5 Tagen zu melden) eingestuft wurden und sechs als Eilmeldung (innerhalb von 24 Stunden). Sofortmeldungen waren nicht dabei.

Juli 1969: Im bayerischen Schwerwasserreaktor Gundremmingen wird bei fünf Arbeitern nach Reparaturarbeiten erhöhte Strahlenbelastung gemessen. Grund: unzureichender Strahlenschutz.

April 1972: Im nordrhein-westfälischen KKW Würgassen öffnet sich unbeabsichtigt ein Entlastungsventil, was zu hohem Druck der Kondensationskammer führt. Dadurch entsteht ein Leck, durch das radioaktives Wasser in den Sicherheitsbehälter läuft. Das führt zur Reaktorschnellabschaltung.

November 1975: Im Schwerwasserreaktor Gundremmingen erleiden zwei Schlossermeister tödliche Verbrühungen, als bei der Reparatur eines defekten Ventils im Primär-Reinigungssystem plötzlich schwach radioaktiver Dampf austritt.

1976: Beim Brand im DDR-Druckwasserreaktor Greifswald und dem Ausfall von elf Pumpen verhindert eine einzige Noteinrichtung eine Kernschmelze und dadurch eine Katastrophe. Weitere schwere Störfälle soll es 1974, 1981, 1988 und zuletzt im November 1989 gegeben haben.

Mai 1976: Beim „Abfahren“ des Reaktors Biblis A bricht bei einer Routineprüfung am 7. Mai die Welle der Nachkühlpumpe. Folge: Druck und Fördermenge der Pumpe brechen schlagartig zusammen. Am 6. und 7. Mai kommt es zu erhöhten Jod-131-Emissionen über dem Kamin. Für die Reparatur werden 600 Arbeiter eingesetzt.

Januar 1977: Im Schwerwasserreaktor Gundremmingen kommt es zu einem Strom-Rückschlag durch zwei Kurzschlüsse im bayrischen Hochspannungsnetz zwischen Augsburg und Ulm. Radioaktiver Wasserdampf strömt in das Reaktorgebäude. Im Januar 1980 wird die Anlage stillgelegt.

August 2001: Im baden-württembergischen Druckwasserreaktor Philippsburg 2 kommt es zu einer Pannenserie, als beim Anfahren der Anlage die vier Flutbehälter des Not- und Nachkühlsystems nicht genug gefüllt werden. Zwei Monate später wird der Block abgeschaltet. Im Block 1 wird am 21. Oktober während einer Stillstandsphase eine defekte Armatur zur Betriebsentwässerung entdeckt. Das Stuttgarter Umweltministerium meldet am 15. November, dass kontaminiertes Wasser ausgetreten sei.

August 2004: Im AKW Brunsbüttel erfolgt nach einem Kurzschluss eine Turbinen- und Reaktorschnellabschaltung. Ursache für den Zwischenfall der Kategorie „Eil“ sind alte Kabel und Isolierungen.

11. November 2004: In Biblis A werden erhöhte Tritiumwerte (radioaktive Wasserstoffelemente) festgestellt – ein Fehler bei der dokumentierten Tritiumabgaben, wie sich herausstellte.

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