AHLEN - AHLEN/DPA - Die Initiative „Maria von Magdala“ hat am Donnerstag Papst Benedikt XVI. zum zweijährigen Amtsjubiläum vorgehalten, dass Frauen in der katholischen Kirche benachteiligt werden. „Der Vatikan öffnet sich bewusst nicht“, sagte Susanne Mandelkow, Sprecherin der Reformgruppe, die für mehr Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche kämpft.

Frauen seien in der Kirche sowie der theologischen Forschung und Lehre noch immer eine Minderheit. In Papst Benedikt XVI. gesetzte Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt. „Er wirkte erst weicher, zeigte zuletzt aber wieder seine restriktive Art“, sagte Mandelkow in Ahlen. Schon vor seiner Wahl zum Heiligen Vater habe Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation das Thema abgeblockt.

„Die Männerriege im Vatikan hat nicht die Kraft zu notwendigen grundlegenden Veränderungen“, sagte Mandelkow. Damit riskiere die katholische Kirche, jüngere Frauen zu verlieren. Das wiederum bedrohe die gesamte Struktur, weil Frauen rund 80 Prozent der ehrenamtlichen Arbeit in den Gemeinden leisteten. „Es kann nicht sein, dass Mädchen als Messdienerinnen gern gesehen sind, ein Aufstieg aber nicht möglich ist“, sagte Mandelkow.

Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass Frauen nach wie vor keine Priesterweihe erhalten können. Die Unbeweglichkeit der Kirche führe zu „Ermüdungserscheinungen“ – auch bei der Fraueninitiative mit ihren 160 weiblichen Mitgliedern. Die meisten seien über 50 Jahre alt, junge Frauen kämen kaum dazu. In Zeiten einer „Entkirchlichung der Gesellschaft“ sei es schwer, junge Menschen für das Thema zu begeistern.

„Maria von Magdala“ wurde 1987 in Münster gegründet.