• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Us-Präsident   : Alle Augen auf Melania Trump

19.01.2017

New York /Washington Die Frage zum Outfit der First Lady bei der Amtseinführung ihres Mannes fasziniert alle vier Jahre nicht nur Modebeobachter: Für welchen Designer wird sich die Präsidentengattin hinsichtlich ihrer Kleidung am Tag und, noch wichtiger, am Abend des Amtsantritts entscheiden? In diesem Jahr ist die Modefrage auch mit Politik behaftet.

Die First Lady einzukleiden gilt als große Ehre – und als gewaltiger geschäftlicher Vorteil. Doch in einer Branche, die sehr zu Donald Trumps Gegnerin Hillary Clinton tendiert hatte, haben mehrere Designer angedeutet, dass sie kein Interesse daran hätten, Melania Trump auszustatten. Also lautet die Frage nicht nur, für wen sie sich entscheidet, sondern auch, wer sich für sie entscheiden wird.

Die Kleidung der First Lady bei der Amtseinführung ist nicht das einzige Beispiel dafür, wie in der vergangenen Zeit politische Bedenken auf unerwartete Weise in die Modewelt eingeflossen sind. Die modischen Entscheidungen von Ivanka Trump, der Tochter, sind ebenfalls genauer betrachtet worden. Ivanka kündigte an, ihre Führungsposition in der Modemarke mit ihrem Namen zu verlassen.

Natürlich brauchen weder Ivanka noch Melania Trump noch irgendjemand anders die Erlaubnis, um Kleider eines Designers zu tragen. Weil aber First-Lady-Mode häufig maßgeschneidert ist, so wie oft bei Michelle Obama, spielt die Wahl eines Designers eine Rolle.

Die Debatte begann im November, als die in New York ansässige Designerin Sophie Theallet sagte, sie werde Melania Trump nicht einkleiden. Sie verwies auf „die Rhetorik von Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit, die die Präsidentschaftskampagne ihres Ehemanns freisetzte“.

Solche öffentlichen Erklärungen von Designern sind selten. Doch danach gefragt, sagten mehrere, dass auch sie nicht die First Lady kleiden wollten, unter ihnen Marc Jacobs. Andere wiederum erklärten, sie wären gerne dazu bereit, etwa Tommy Hilfiger und Carolina Herrera. Thom Browne sagte, er wäre „aus Respekt für die Position“ der First Lady geehrt, Designer zu sein. Browne hatte das tagsüber getragene Outfit von Michelle Obama bei der Amtseinführung 2013 entworfen.

Manche fragen, ob Designer überhaupt über Politik reden sollten, wenn es darum gehe, eine First Lady zu kleiden. US-Designer Naeem Khan glaubt, dass dies eine wichtige Diskussion sei. „Jeder Designer hat eine Meinung“, sagte Khan. „Ein Designer ist ein Künstler und sollte die Wahl haben, wen er kleiden will oder nicht.“ Er entschied sich dagegen, ein Kleid für Trump zu entwerfen. „Ich glaube nicht, dass es richtig ist,“ sagte er und verwies auch auf seine lange Assoziierung mit Michelle Obama, die er fast 20 Mal gekleidet hat. Melania Trump sei womöglich „eine großartige Person“. Doch passten die Werte der Regierung nicht zu seinem Wertebild von den USA.

An Silvester trug Melania Trump ein schwarzes Kleid von Dolce & Gabbana, das von der Stange stammen soll. Das führte zu Spekulationen, sie könnte sich für die italienischen Designer entscheiden. Andere glauben, es sei wahrscheinlicher, dass Melania einen amerikanischen Designer wählt, vielleicht Ralph Lauren. Dessen Entwürfe hatte sie während des Wahlkampfs getragen.

Für was auch immer sich Melania Trump entscheidet, die Politik ist auf beispiellose Weise Teil der Diskussion geworden, sagte Historiker Carl Sferrazza Anthony von der nationalen Bibliothek der First Ladies. Die Politik habe sich zwar zuvor schon in die Amtseinführungsmode geschlichen, aber nur im Nachhinein, wenn ein Outfit als zu teuer in wirtschaftlich schweren Zeiten angesehen worden sei. „Dies ist das erste Mal, dass dieser Moment von Personen in der Modeindustrie als Gelegenheit genutzt wird, ihre politischen Standpunkte in der Öffentlichkeit zu platzieren.“

Selbst über die modischen Entscheidungen Donald Trumps wird diskutiert. Santo Versace, Präsident des Modehauses Gianni Versace, sagte dem italienischen Radiosender RAI, er heiße Trump als Kunden in jeder Versace-Boutique willkommen. Doch fügte er hinzu: „Ehrlich gesagt, würde ich ihn persönlich nicht kleiden. Er sagt viele Dinge, die mir nicht gefallen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.