Von Olaf Reichert
Frage:
Frau Westermann-Krieg, London wird die Sommerspiele 2012 ausrichten. Eine gute Wahl?Westermann-Krieg:
Was Europa betrifft auf jeden Fall. Ich persönlich habe London in sehr guter Erinnerung.Frage:Warum?
westermann-Krieg:
Ich habe 1963 in London im Wembley-Stadion meinen ersten Länderkampf bestritten. Das war ein ganz besonderes Erlebnis.Frage:
Zuvor waren Städte wie Sydney und Athen Ausrichter. Kann das doch recht nahe London die gleiche Faszination ausüben?Westermann-Krieg:
Entfernungen spielen im modernen Sport nicht mehr so die große Rolle. Für uns damals war Olympia auch eine Möglichkeit, andere Länder kennen zu lernen. Das steht heute nicht mehr so im Vordergrund, da der Spitzensport heutzutage sehr international ist. Die Faszination Olympia ist aber völlig unabhängig davon, ob man weit reisen muss oder nicht. Dass sich Sportler aus aller Welt zum Wettkampf treffen, ist das Faszinierende. Denken Sie an die Leichtathletik-WM 1993 in Stuttgart, welche besondere Stimmung dort herrschte – das war vor unserer Haustür.Frage:
In drei Jahren ist Olympia in Peking, 2012 in London. Wie bereitet sich Niedersachsen darauf vor.Westermann-Krieg:
Wir haben zusammen mit dem Landessportbund ein besonderes Konzept zur Förderung junger Athleten entwickelt. Wir haben zwei so genannte Eliteschulen des Sports sowie mehrere Partnerschulen des Leistungssports, wo junge Athleten gefördert werden. Das besondere dabei: Sollten die Athleten wegen Training oder Wettkämpfen Unterricht versäumen, werden sie durch speziellen Unterricht wieder auf den schulischen Stand gebracht.Mit der britischen Hauptstadt wurde eine gute Wahl getroffen. Das meint Liesel Westermann-Krieg, Ex-Diskus-Weltrekordlerin und jetzige Referentin für Schulsport im Niedersächsischen Kultusministerium.
