• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

AFGHANISTAN: Angst vor Attentaten nimmt zu

25.06.2007

MASAR-I-SHARIF Die Flaggen im Camp Marmal in Masar-i-Sharif im Norden Afghanistans hängen auf Halbmast: Am Sonnabend sind erneut zwei Soldaten – Mitglieder der estnischen Isaf-Einsatzkräfte – bei einem Anschlag im Süden ums Leben gekommen. Auch im Norden, wo der Großteil der deutschen Isaf-Soldaten stationiert ist (siehe Grafik), nimmt die Sorge über mögliche Attentate zu.

„Seit dem Anschlag auf deutsche Soldaten in Kabul ist das Vertrauen weg“, sagt ein Soldat im Camp Marmal: „Du weißt nicht, was Dich hinter der nächsten Straßenecke erwartet und auch nicht, was die Frau, die Dir entgegen kommt, unter der Burka verbirgt“, sagt er.

Auch der Diplomat Philipp Ackermann, der ein Jahr lang als ziviler Leiter des Provincial Reconstruction Team (PRT) in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kunduz die Lage beobachtet hat, befürchtet eine neue Dimension des Terrors: „Kunduz war schon immer Hochburg der Taliban – doch seit einigen Wochen sind die Terroristen deutlich besser und professioneller aufgestellt“, hat er beobachtet.

Verstärkt wird offenbar auch der Druck auf die führende Schicht in Afghanistan. „Selbst von Mullahs habe ich gehört, dass sie bedroht werden“, sagt Ackermann.

Die PRTs sollen den Einfluss der Zentralregierung Kabuls stärken und für ein stabiles Umfeld für den Wiederaufbau sorgen. Sie umfassen neben militärischen Einsatzkräften auch Vertreter des Auswärtigen Amts, des Innenministeriums und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Agiert wird dabei in enger Zusammenarbeit mit den afghanischen Sicherheitskräften und Behörden – doch deren Engagement nimmt ab, hat Ackermann festgestellt.

Für Brigadegeneral Josef Blotz, Kommandeur des deutschen Isaf-Einsatzkontingents in Afghanistan, der als Regional Commander North zugleich alle fünf PRTs in Nordafghanistan führt, behält die Zusammenarbeit mit den Afghanen dennoch oberste Priorität: „Was wir hier tun, entwickelt eine eigene Dynamik“, ist er überzeugt. Es sei nicht die Technik, die die Afghanen überzeugt: „Sie sehen, dass wir helfen wollen – und das schafft Vertrauen“.

Zur Verbreitung des positiven Bildes der Isaf-Einsatzkräfte dienen auch Radio und Zeitungen: „Wir produzieren hier mit afghanischen Journalisten ein Programm mit afghanischer Musik und Nachrichten“, berichtet der Lagerkommandant von Masar-i-Sharif.

Ihm obliegt auch der weitere Ausbau der „Großbaustelle“ Camp Marmal. Die dort stationierten Soldaten sind inzwischen aus Zelten in gehärtete Container umgezogen. Stahlverstärkt und mit Sandsäcken in Dächern und Wänden bieten sie Schutz gegen leichten Beschuss. Auch Krankenhaus und Großküche samt Speisesaal sind in Containern untergebracht. „Bis zum Jahresende sollen auch die Kommandostände in Container verlegt werden“, sagt der Lagerkommandant.

Auch am Flugfeld und am Haupttor wird gebaut. Das geschieht mit Hilfe afghanischer Hilfskräfte. 80 Afghanen hat der Lagerkommandant für Reinigungsarbeiten fest eingestellt. Hinzu kommen Tagelöhner, die beim Bauen helfen – „ebenfalls eine Maßnahme für mehr Sicherheit“, sagt der Lagerkommandant: Wer Geld verdienen kann, baut positive Bindung auf und ist weniger anfällig für Aggression gegen die Ausländer.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.