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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Nach dem Feuer kommt die Wut

26.07.2018

Athen Die Szene wiederholt sich immer wieder: Feuerwehrleute und freiwillige Helfer gehen von Tür zu Tür und suchen in den zerstörten Häusern in der Urlaubsregion von Rafina, Mati und Neos Voutzas im Osten Athens nach Opfern. „Hallo! Hallo! Ist jemand da?“, heißt es immer wieder. Es folgt Totenstille. Langsam gehen die Feuerwehrleute in die Häuser hinein. Sie haben Schlimmes gesehen und sind auf Schreckliches vorbereitet. Fernsehbilder zeigen diese grausamen Szenen immer wieder. Bislang sind 80 Tote gezählt worden. Die bange Frage: Wie viele Tote gibt es noch in den mehr als 1000 zerstörten Häusern? Dutzende Menschen werden weiterhin vermisst.

Die Identifizierung der Opfer ist schwierig. Die meisten sind nämlich verkohlt. DNA-Tests werden in vielen Fällen notwendig sein, sagen Gerichtsmediziner immer wieder im Fernsehen. Die Bürgermeister der Region befürchten, dass die Zahl der Opfer am Ende dieses Dramas dreistellig sein könnte.

Verwandte haben eine inoffizielle Seite eingerichtet und Fotos von Vermissten veröffentlicht. Schreckliche Details des Dramas werden nach und nach bekannt. Ein etwa 13 Jahre altes Mädchen habe sich in einen Steilhang gestürzt – als es keinen Ausweg mehr gab. „Ihre Kleider brannten. Das Flammeninferno hinter ihr. Sie stürzte in die Tiefe und war auf der Stelle tot“, sagte eine Augenzeugin mit Tränen in den Augen einem TV-Sender.

Es wird wohl sehr lange dauern, bis die Menschen sich von dem Erlebten erholt haben – und die Region. Die Strom- und Wasserversorgung, das Telefon und Internet sind weitgehend unterbrochen. Es könnte Wochen dauern, bis die Infrastruktur einigermaßen wieder intakt ist, schätzen Bürgermeister der Region.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft von Athen eine Untersuchung eingeleitet. Die Ursachen der Katastrophe sollen ermittelt werden. Experten sind sich jedoch weitgehend einig. Egal, aus welchem Grund der Brand ausbrach – die freiwilligen Helfer, die Feuerwehr und allen voran die Einwohner von Mati, Neos Voutzas und Rafina hatten keine Chance, die Katastrophe zu stoppen. Winde der Stärke 9 erzeugten binnen Minuten ein Flammenmeer. Wer Glück hatte, konnte sich zum nahegelegenen Meer flüchten und wurde von Fischern gerettet.

Analysten, Journalisten und viele Bürger versuchen, im Funk und Fernsehen die Ursachen der Katastrophe zu finden. Mal sei die Feuerwehr Schuld, die keinen Plan hatte. Mal sei die griechische Finanzkrise Schuld. Die Feuerwehr sei nicht gut ausgerüstet und die Löschflugzeuge veraltet.

Einige heben hervor, dass in Griechenland die Freiwillige Feuerwehr nicht richtig funktioniere.

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