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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Auf Spurensuche in der Hauptstadt

04.11.2009

BERLIN Vor 20 Jahren wurde die Berliner Mauer geöffnet, kurz darauf begann man mit dem Abriss des Monstrums. Jetzt wird ihr eine Ausstellung im Berliner Parlamentsviertel gewidmet. Der Titel: „Die geteilte Stadt – Topographie der Berliner Mauer“.

Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnet die Ausstellung am 4. November im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Das ist nahe der Stelle, an der die Spree einst Ost und West teilte. Der Architekt Stephan Braunfels hat Mauerteile dem ehemaligen Verlauf folgend aufgestellt. Fotografien sollen den Schrecken vertiefen. Es ist ein Mahnmal.

Suche nach Erinnerungen

Wer heute durch Berlin geht, entdeckt Erinnerungen an die Mauer nicht so einfach. Am Potsdamer Platz zeigen Pflastersteine quer über den Bürgersteig den Verlauf der Trennungslinie. 43,1 Kilometer lang war die innerstädtische Mauer, die Berlin teilte. Die Sperranlagen, die die übrige DDR von Westberlin trennten, hatten eine Länge von über 111 Kilometern.

28 Jahre war Berlin getrennt. Für die Menschen aus dem Osten waren Mauer und Stacheldraht nahezu unüberwindbar. Hundestaffeln und bewaffnete Patrouillen taten ihr übriges. Der einstige ARD-Korrespondent in der DDR, Lothar Loewe, betonte im Fernsehen nach dem Schießbefehl: Flüchtlinge würden an der Mauer „abgeknallt wie Hasen“. Seine harsche Formulierung war nicht erfunden. Mindestens 146 Menschen fanden an der Berliner Mauer den Tod.

Heute fragen sich die Besucher vorm Brandenburger Tor und am längst wieder belebten Potsdamer Platz, wo die Mauer eigentlich war. Damals, bis November 1989, war hier Niemandsland. Die Mauer verlief einige Meter vor dem Brandenburger Tor, und sie verlief ganz eng am Reichstag vorbei. Wenn die Bundestagsfraktionen einmal im Jahr im Berliner Reichstag tagten, wussten sie, dass die Stasi mithören würde.

Grenze als Touristenpunkt

Der Checkpoint-Charlie ist heute ein Touristenpunkt. Als Russen oder Amerikaner verkleidete Menschen posieren für Fotos und verkaufen sie. Der Klamauk spiegelt den Schrecken von einst nicht wieder, als nur Diplomaten und Ausländer passieren durften.

Anziehungspunkt für Touristen ist auch die East-Side-Gallery. Auf einer Länge von 1,3 Kilometern sind Gemälde auf den Mauerresten zu sehen. Darunter der Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew. Die Bernauer-Straße ist ein wichtiges Symbol, um den Schrecken von einst im Gedächtnis zu halten. Die Mauer verlief genau an der östlichen Häuserfront der Straße. Eine etwa 200 Meter lange Betonreihe erinnert daran, dass in den Jahren der Teilung viele Menschen aus den Fenstern in den Westen sprangen. Einige fanden dabei den Tod.

DDR nicht schönreden

Die Mauer war in Berlin für alle sichtbar und erlebbar. Inzwischen ist sie so weit weg, dass der einst hinter ihr herrschende Unrechtsstaat fast schöngeredet wird. Als wäre die DDR zu romantisieren. Als wären hier nicht Menschen rücksichtslos niedergeschossen worden. Die DDR war kein Kinderspielplatz – auch wenn heute gelegentlich die Kinderbetreuung gelobt wird.

Die Ausstellung „Die geteilte Stadt“ ist bis zum 9. Mai 2010 Freitag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

www.bundestag.de

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