Frankfurt/Berlin - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage streiken Lokführer und Lufthansa-Piloten hintereinander. Nach dem Ende des Lokführerausstands am Montagmorgen starteten am Mittag die Flugkapitäne die achte Streikwelle.
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Wen treffen die Ausstände |
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Nach Angaben der Bahn sind gut sechs Millionen Menschen täglich auf der Schiene unterwegs – wenn nicht gestreikt wird. Bei der Lufthansa trafen die vergangenen sieben Streikwellen mehr als eine halbe Million Passagiere. Wegen des neuen Ausstands müssen Lufthansa zufolge allein auf der Kurz- und Mittelstrecke mehr als 200 000 Fluggäste ihre Reisepläne ändern.
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Wer leidet noch unter den Streiks? |
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Die Streiks schaden aus Sicht der Industrie der gesamten Volkswirtschaft, vor allem dem Logistik-Standort Deutschland. Mit Blick auf den Piloten-Ausstand sagte Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung: „Der Streik blockiert globale Logistikprozesse, den Tourismus und viele Geschäftsreisen.“ Auch der Präsident des Handelsverbands Deutschland HDE, Josef Sanktjohanser, warnt vor hohen Schäden. „Wenn die Kunden wegbleiben und die Ware nicht ankommt, weil die Bahn nicht fährt, ist das eine absolute Katastrophe für unsere Unternehmen und Beschäftigten“, sagte er. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik klagt, wichtige Industriebranchen würden von der Rohstoffversorgung abgeschnitten. Wichtig ist die Bahn unter anderem für die Chemieindustrie. Für Reisebüros bedeuten Streiks mehr Arbeit durch Umbuchungen und Stornierungen und damit mehr Kosten, die sie nicht erstattet bekommen.
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Wie hoch ist der volkswirtschaftliche Schaden |
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Für einen Streiktag bei der Bahn dürfte der volkswirtschaftliche Schaden nach früheren Expertenschätzungen bis zu 50 Millionen Euro täglich betragen. Allein bei der Bahn verursachte der Ausstand am Wochenende einen wirtschaftlichen Schaden „in zweistelliger Millionenhöhe“. Die Lufthansa hatte allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April von einem Verlust bei der Fluggesellschaft in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet.
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Ist auch die Konjunktur von den Streiks betroffen |
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Seit einiger Zeit schwächelt die deutsche Wirtschaft. „Die Streiks sind nicht förderlich, aber wir haben größere Sorgen als die Ausstände“, sagt der Chefvolkswirt der Dekabank Ulrich Kater. Für einzelne Firmen könnten die Streikwellen Folgen haben, für die Gesamtkonjunktur sei aber nicht mit größeren Konsequenzen zu rechnen.
