Hannover/Oldenburg - Von einer „Sogwirkung“ spricht die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) angesichts der Euro-Tier-Messe in Hannover. Die startet in diesem Jahr am 13. November. Erwartet werden Aussteller aus 51 Ländern, teilte die Gesellschaft mit.
Die Zahl der Aussteller habe gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent zugelegt. Bei der DLG wertet man diesen Zulauf als Ausdruck einer „stabilen Situation der Agrarwirtschaft“ mit guten Perspektiven, weil man eine weltweite Nachfragesteigerung für Lebensmittel erwarte.
An der Messe in Hannover werden sich auch Landwirte aus der Region Weser-Ems stark beteiligen, sagte Walter Hollweg, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen – als Kunden und Aussteller. Sie sei eine wichtige Messe für Tierhalter, die viele Neuigkeiten hinsichtlich Tierhaltung, Fütterung und Technik vorhalte.
„Da gehen die Betriebe hin, die investieren wollen und müssen.“ Gerade der Teil der Aussteller aus dem Nordwesten sei beträchtlich. „Wir haben einen sehr gut aufgestellten Mittelstand, der vor allem im Bereich erneuerbarer Energien sehr aktiv und innovativ ist“ – dieser wird sich auf der Euro-Tier-Messe präsentieren.
Landwirtschaft sei keine lokale Wirtschaft mehr, meinte Hollweg. Sie sei Teil eines internationalen Wettbewerbs, und deshalb sei es wichtig, dass die Erzeuger gewappnet seien. Hollweg sieht positiv in die Zukunft der Landwirtschaft im Nordwesten. Nach wie vor sei Niedersachsen das Agrarland Nummer eins, vor allem deshalb, weil die Voraussetzungen durch die vorhandenen Flächen und das Klima günstig seien. Unübersehbar jedoch: Immer mehr Landwirte geben auf. „Pro Jahr schließen etwa drei Prozent der Betriebe, und die Tendenz ist eher leicht steigend“, sagte Hollweg. Das treffe vor allem diejenigen, die wirtschaftlich ohnehin nicht gut dastehen: Betriebe, die zu klein sind, die auf Entwicklungen nicht angemessen reagieren und zudem Nachwuchsprobleme haben. „Je größer ein Betrieb ist, desto effektiver kann er arbeiten“, so Hollweg. Das treffe auf rund ein Viertel der circa 42 000 Betriebe in Deutschland zu.
Auf die Größe der Höfe komme es aber nicht allein an. Auch Hersteller, die sich hoch spezialisiert haben, könnten damit sehr erfolgreich sein. Es komme auf die Investitionen an. Laut Hollweg investieren gerade wohlhabende Betriebe. Das zeichne sich bereits am Markt ab.
Besonders Milchviehhaltern und Ackerbauern hoffen derzeit auf eine positive Entwicklung. Der Getreidepreis bringe den Landwirten gutes Geld für Brot und Viehfutter.
Das wiederum wirke sich auf die Bedingungen der Schweinehalter aus: Unter anderem wegen des Drucks durch Fleischeinfuhren aus Nachbarländern wie Dänemark und Holland sei der Schweinepreis lange Zeit im Keller gewesen – bei zugleich hohen Futterkosten. Das beruhige sich jedoch allmählich wieder.
