BELGRAD - Der Wahlverlierer, der Ultranationalist Tomislav Nikolic (55), Führer der Radikalen Serbischen Partei (SRS), verfolgt den Traum von einem „Großserbien“: Die in den 90er Jahren verlorenen serbischen Gebiete in Kroatien (Krajina- Republik) und Bosnien-Herzegowina (Serbische Republik) müssten „befreit“ und vereint werden. Während Boris Tadic auf den Westen offen zugeht, ist der Beitritt Serbiens zu NATO und EU für Nikolic ein Tabuthema. Serbiens Partner seien stattdessen Russland, China und die Länder der Blockfreien-Bewegung in Asien und Afrika.
Sein Weltbild mit einer „Verschwörung des Auslandes gegen Serbien“ hat Nikolic von Vojislav Seselj, der vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt ist. Nikolic, selbst Vizeregierungschef von 1998 bis 2000, und seine Radikalen waren die größten Stützen des ebenfalls vom Tribunal angeklagten und inzwischen gestorbenen serbischen Autokraten Slobodan Milosevic.
