BERLIN - BERLIN/AFP - Generalleutnant Karlheinz Viereck gilt bei der Bundeswehr als Multitalent. Erst im März übernahm der 55-Jährige die Leitung des Einsatzführungskommandos in Potsdam, das die Auslandseinsätze der deutschen Soldaten koordiniert. Kurz darauf bekam er zusätzlich einen weiteren, vielleicht noch anspruchsvolleren Job. Als Operationskommandeur organisiert er im Auftrag der Europäischen Union die geplante Militärmission im Kongo – von Potsdam aus, denn das Kommando in dem afrikanischen Land obliegt einem französischen General.
Viereck stammt aus Kassel und ging mit 19 Jahren zur Bundeswehr. Seine Pilotenausbildung begann er 1972 im US-Bundesstaat Texas. Viele Jahre verbrachte der Offizier in den skandinavischen Ländern, weshalb er neben Englisch auch Dänisch, Norwegisch und Schwedisch fließend spricht. Anfang der 90er-Jahre war Viereck stellvertretender Adjutant des damaligen Verteidigungsministers Volker Rühe (CDU) und anschließend Chef des Jagdbombergeschwaders im bayerischen Memmingen.
Im ostfriesischen Aurich kommandierte Viereck von 2003 bis 2005 die 4. Luftwaffendivision, bevor er im April 2005 zum Einsatzführungskommando wechselte, zunächst als stellvertretender Befehlshaber.
In Ostfriesland lebe er immer noch, dies sei ein „guter Gegenpol“ zu Potsdam, sagte er kürzlich. Der Vater von zwei Kindern bezeichnet sich selbst als sehr sportlich, läuft, reitet und fährt Ski.
Als Oberbefehlshaber des EU-Einsatzes im Kongo befasste sich Viereck bisher vor allem mit der Planung der Mission. Er erkundete den Bedarf an Soldaten und Material, organisierte Truppenstellerkonferenzen, in denen Mitgliedsstaaten ihre Beiträge anmeldeten, und erstellte den Operationsplan.
Wenn die Soldaten nach Afrika ausrücken, wird er selbst aber nicht dabei sein. Denn der Einsatz wird nicht von Kinshasa aus geleitet, sondern von Potsdam aus.
Das in der Henning-von-Tresckow-Kaserne untergebrachte Kommando gilt als das zentrale Element für die Erneuerung der Bundeswehr.
Von diesem Hauptquartier aus werden alle Einsätze der derzeit rund 6500 deutschen Soldaten im Ausland zentral geplant und geführt.
