BERLIN - Es steht nicht überall „Made in Germany“ drauf, wo Deutschland drin ist: Der deutsche Film kommt immer häufiger in einer ausländischen Verpackung daher.
Vordergründig nehmen am Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären zwei deutsche Beiträge teil, nämlich Hans-Christian Schmidts Film „Storm“ über das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und Maren Ades Beziehungsstudie „Alle Anderen“. Außer Konkurrenz startet außerdem „Deutschland 09 – 13 kurze Filme zur Lage der Nation“ mit Episoden von Fatih Akin, Tom Tykwer, Wolfgang Becker und anderen.
Wer genau hinschaut, entdeckt im Wettbewerbsprogramm allerdings zahlreiche weitere Beiträge, die eine deutsche Handschrift tragen – allen voran der vielleicht prominenteste Film der diesjährigen Berlinale, die Hollywood-Produktion „Der Vorleser“ mit Kate Winslet. Das Thema (ein Jugendlicher verliebt sich in eine ehemalige KZ-Aufseherin) ist deutsch, die Romanvorlage stammt von einem deutschen Autor (Bernhard Schlink), deutsche Schauspieler besetzen wichtige Rollen (David Kross, Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Matthias Habich), die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen förderte den Film.
Deutsche Namen finden sich auch auf den Plakaten zum Berlinale-Eröffnungsfilm „The International“: Regisseur Tom Tykwer wuchs in Wuppertal auf, Darsteller Armin Mueller-Stahl stammt aus einer preußischen Beamtenfamilie. Und nur mit Hilfe deutscher Produktionsfirmen konnten etwa die Wettbewerbsbeitrag „Gigante“ aus Urugay, „Cheri“ aus Großbritannien und „Mammoth“ aus Schweden und Dänemark realisiert werden.
„Es steht gut um den deutschen Film“, verkündete Festivaldirektor Dieter Kosslick deshalb gut gelaunt auf der ersten Berlinale-Pressekonferenz 2009. Mehr als 90 Filme im Berlinale-Programm Festival seien in Deutschland oder mit deutscher Unterstützung gedreht worden – „das ist mehr als je zuvor“.
