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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Favoritin Merkel, Außenseiter Schulz

02.09.2017

Berlin Für die Mehrheit der Wähler steht das Ergebnis bereits vorher fest: 64 Prozent rechnen damit, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das mit Spannung erwartete Fernsehduell für sich entscheidet. Nicht einmal jeder Fünfte schätzt, dass Herausforderer Martin Schulz (SPD) die bessere Figur beim Schlagabtausch vor den Kameras machen wird. Vorteil für die Kanzlerin, glaubt man den jüngsten Meinungsumfragen.

Wenn Merkel und Schulz am Sonntagabend an den Pulten im Studio Adlershof vor den Toren Berlins sich und den vier Moderatoren gegenüberstehen, werden Millionen die Auseinandersetzung vor den Fernsehern verfolgen. Einschaltquoten, wie sonst nur bei WM-Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft – großes Publikum für das mediale Wahlkampffinale bei ARD, ZDF, RTL und Sat1.

Herausforderer Schulz steht mächtig unter Druck, schließlich gilt das Frage-Antwort-Spiel mit den Journalisten im 90-Sekunden-Takt als letzte Chance für ihn, vielleicht doch noch ein Wunder zu schaffen, für eine Überraschung zu sorgen und eine Wende einzuleiten. Zwar halten Experten den Einfluss des TV-Duells auf den Wahlausgang für gering. Doch biete es vor allem dem Herausforderer die Chance, die eigenen Reihen für den Wahlkampfendspurt zu motivieren. „Es ist nicht entscheidend für die Wahl. Es geht um Showpräsenz und Sachkommunikation“, erklärt Parteienforscher Karl Rudolf Korte.

Spielregeln und Regie für den Ablauf der Live-Sendung stehen längst fest. Merkel und Schulz werden ab 20.15 Uhr neunzig Minuten lang von den Moderatoren Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Claus Strunz zu den Themenfeldern Migration, Außenpolitik, Soziale Gerechtigkeit und Innere Sicherheit befragt. Die Redezeiten der Kontrahenten werden gestoppt, keiner soll zu kurz kommen, das jeweilige Zeitkonto für Chancengleichheit sorgen.

Lange war darum gerungen und heftig gestritten worden. So hart, dass das Duell beinahe geplatzt wäre. Merkels Berater sollen den Fernsehanstalten die Bedingungen diktiert, die Kanzlerin darauf bestanden haben, dass es nur ein Duell und nicht, wie von den Sendern und Herausforderer Schulz gewünscht, zwei Duelle vor der Wahl geben wird. „Die Entscheidung hieß, ein Duell ist besser als kein Duell“, machte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Freitag deutlich, wie sehr das Kanzleramt Regeln und Format bestimmt hatte. Von „Erpressung“ könne jedoch keine Rede sein, wies er Vorwürfe seines Vorgängers Nikolaus Brender zurück.

Wie gehen Merkel und Schulz in das Duell? Für die Kanzlerin ist es bereits das vierte Mal, für Schulz eine Premiere als Kanzlerkandidat. Der SPD-Chef hat sich mit dem österreichischen Journalisten und Medienexperten Markus Peichl auf den Schlagabtausch vorbereitet und soll zuletzt auch Gerhard Schröders früheren Regierungssprecher Bela Anda in sein Team geholt haben. Merkel vertraut auf den Rat ihres Regierungssprechers Steffen Seibert und ihrer engen Mitarbeiterin Eva Christiansen.

Merkel gegen Schulz – im Falle einer Direktwahl wäre das Ergebnis deutlich: 57 Prozent der Wähler würden sich in diesem Falle für die Kanzlerin entscheiden, nur 28 Prozent Schulz ihre Stimme geben.

Doch der SPD-Kanzlerkandidat gibt sich optimistisch, setzt darauf, mit einem Erfolg im Fernsehstudio am Sonntag doch noch die Wende zu schaffen. Er lasse sich nicht in das von Merkel gewollte Korsett zwingen, zeigt sich Schulz kämpferisch und versichert, frei von Lampenfieber in die TV-Schlacht zu ziehen: „Blutdruck einwandfrei!“

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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