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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Cdu-Vorsitz: Kanzlerkandidat oder Wählerschreck?

26.02.2020

Berlin Armin Laschet sorgt mit seiner Bewerbung um den CDU-Vorsitz am Dienstag für einen Überraschungscoup. Verzichtet doch Jens Spahn zu seinen Gunsten und unterstützt ihn im Kandidatenrennen. Friedrich Merz reagiert hingegen mit einer Kampfansage. Und Norbert Röttgen gerät nach seinem Blitzstart erst einmal kurzzeitig ins Abseits. Welche Risiken und Chancen haben die drei CDU-Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen?

Friedrich Merz –
die letzte chance?

Seit Herbst 2018 macht Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz keinen Hehl daraus, dass er sich für den besseren Parteichef und Kanzlerkandidaten hält. Jetzt greift er erneut nach dem CDU-Vorsitz. Er erhält Rückhalt von der Parteibasis, liegt bei den Wählern in der K-Frage vorn.

Während der 64-jährige sich als Mann des „Aufbruchs“ sieht und von einer Richtungsentscheidung in der Partei spricht, fürchten seine Gegner und Kritiker, dass er die Partei spalten werde, statt zusammenzuführen. Was er an konservativen Wählern wieder zurückgewinnen würde, könnte womöglich in der Mitte verloren gehen. Gerade bei jungen Wählern ist Merz weitgehend unbekannt. Er sei ein „Mann von gestern“, heißt es in der Parteispitze.

Merz weckt Sehnsüchte bei vielen Christdemokraten nach der guten alten Zeit, in der die CDU noch für konservative Werte stand. Der Sauerländer verkörpert die konservative Seele der Partei, hatte nach der Jahrtausendwende als Unionsfraktionschef mit Konzepten für eine radikale Vereinfachung des Steuersystems und für eine konsequente Liberalisierung der Wirtschaft die eigenen Anhänger begeistert. Ganz besonders in der Wirtschaftspolitik erfüllt er das Bedürfnis nach mehr Markt und weniger Staat und einer Absage an die sogenannte Sozialdemokratisierung der CDU.

Der Jurist will sein Aufsichtsratsmandat bei der internationalen Vermögensverwalter Blackrock zwar niederlegen und sich wieder um ein Bundestagsmandat bemühen. Doch gelten seine Verbindungen zu dem internationalen Finanzmogul in der Partei als mögliches Risiko für einen Wahlkämpfer Merz.

Dass ihn Angela Merkel 2002 nach der Bundestagswahl aus dem Amt des Chefs der Unionsfraktion drängte, hat er ihr nie wirklich verziehen. Eine Rivalität, die bis heute nachwirkt und für neuen Konfliktstoff im Falle seiner Wahl sorgen könnte.

Als begnadeter Redner hat Merz das Zeug, einen Saal zu begeistern. Doch war er in der Vergangenheit auch immer wieder mit provokanten Äußerungen angeeckt.

Armin Laschet –
ein Weiter so?

Hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet 2018 noch auf eine Kandidatur verzichtet, tritt er jetzt an und hat mit Spahn ein politisches Schwergewicht als Wahlhelfer.

Der 58-Jährige lässt keinen Zweifel daran, dass er sich für kanzlertauglich hält. Der Vizechef der Bundes-CDU hat in Düsseldorf gezeigt, dass er Wahlen gewinnen und eine Regierung führen kann. Der Aachener hat zudem als Chef des stärksten CDU-Landesverbandes eine starke Hausmacht.

Laschet gilt als Mann der Mitte. Ein weiteres Plus: Er verfügt über enge Kontakte zu FDP und Grünen, wäre ein idealer Partner für Schwarz/Gelb, Schwarz/Grün oder Jamaika. Allerdings sehen nicht wenige in ihm und seiner Kandidatur ein Weiter so und die mögliche Fortsetzung der Merkel-CDU.

Lange galt Laschet als ewiger Zweiter. Jetzt könnte seine Stunde als Nummer eins gekommen sein. Wären da nur nicht die Umfragen, die ihn zuletzt hinter Merz und sogar hinter Röttgen sahen. Doch gewählt wird der neue CDU-Parteichef auf dem Sonderparteitag am 25. April von den Delegierten – und von denen kommt ein großer Teil aus seinem Landesverband NRW.

Norbert Röttgen –
der Außenseiter?

Aus NRW wie seine beiden Mitbewerber kommt auch Norbert Röttgen. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses, der seinen Hut als Erster ins Rennen geworfen hatte, gilt als Außenseiter. Mit ihm hatte kaum jemand gerechnet. Der Coup ist ihm gelungen.

Er war in der Vergangenheit schon einmal gegen Laschet angetreten und hatte Erfolg: 2010 entschied Röttgen, damals noch Bundesumweltminister, in NRW eine Urwahl zum CDU-Landesvorsitz für sich – verlor aber die Landtagswahl zwei Jahre später deutlich. Kanzlerin Angela Merkel feuerte ihn als Minister, weil er sich geweigert hatte, auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu gehen. Ein Karriereknick, von dem er sich lange nicht erholte.

Röttgen ist ein profilierter Außenpolitiker, ein ausgezeichneter Redner und galt einst als eines der größten Talente in der CDU. Will sich auch Röttgen an Merkel rächen? Mit ihm jedenfalls geht neben Merz ein weiterer Merkel-Rivale ins Rennen. Im Falle von Merz oder Röttgen könnte der Druck auf die Regierungschefin steigen, sich vorzeitig auch von ihrem Kanzleramt zurückzuziehen.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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