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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Corona-Krise: Schüler-Flatrate und Lehrer-Laptops

15.08.2020

Berlin Dienstlaptops für Lehrer, eine Zehn-Euro-Flatrate für Schüler und möglichst alle Schulen schnell ans Breitband-Internet – Bund und Länder planen wegen der Corona-Pandemie ein weiteres 500-Millionen-Euro-Paket, um die Digitalisierung in der Bildung zu beschleunigen. Bei einem Treffen im Kanzleramt am Donnerstagabend vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Kultusminister mehrerer Bundesländer entsprechende Schritte, konkrete Beschlüsse müssen noch gefasst werden.

Die Corona-Pandemie hatte gezeigt, dass es im Bereich Schule und Digitalisierung noch große Defizite gibt. Die große Koalition hatte bereits ein 500-Millionen-Euro-Programm zur Anschaffung von Leihgeräten für bedürftige Schüler aufgelegt.

POLITIK JETZT „WILD ENTSCHLOSSEN“

Esken sagte am Freitag in Berlin: „Wir sind alle wild entschlossen, jetzt der Sache einen Schub zu geben.“ Merkel kündigte an, die Gespräche zügig in größerer Runde mit allen Kultusministerien fortzusetzen. Bildung ist in Deutschland Ländersache. Über die Finanzierung und Ausgestaltung bundesweiter Förderprogramme etwa für Schulen muss deshalb mit allen verhandelt werden. „Es ist gut, dass wir in der Digitalisierung der Schulen jetzt das Tempo nochmals anziehen“, sagte Bildungsministerin Karliczek.

EIN LAPTOP FÜR JEDEN LEHRER

Grundsätzlich vereinbart wurde, dass Lehrerinnen und Lehrer mit „digitalen Endgeräten“, also etwa Laptops, ausgestattet werden sollen. Dafür sind Esken zufolge die 500 Millionen Euro gedacht. Bei etwa 820 000 Lehrern an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (Statistisches Bundesamt) wären das rechnerisch jeweils rund 600 Euro pro Gerät. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), der bei dem Treffen dabei war, sagte am Freitag, beim Thema Dienstlaptops fange jetzt der Abstimmungsprozess an. Er rechne damit, dass das bis Jahresende „unter Dach und Fach“ sei.

DIENST-MAILADRESSE STATT „LILLYFEE@GMX.DE“

Lehrerverbände und Bildungsgewerkschaften hatten das lange gefordert, damit Lehrkräfte nicht mehr ihre privaten Geräte für Präsentationen oder Aufgabenstellungen nutzen müssen. Niemand würde von einem Finanzbeamten verlangen, über seinen privaten Computer unter der Mail-Adresse „Lillyfee@gmx.de“ Finanzbescheide zu verschicken, sagte Susanne Lin-Klitzing, die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, der die Interessen von Gymnasiallehrern vertritt.

Die Ausstattung mit Dienstlaptops müsse dann aber auch Hand in Hand gehen mit der Fortbildung von Lehrern, damit die Geräte optimal für das Lehren und Lernen eingesetzt und ein pädagogischer Mehrwert erzeugt werden könne, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann.

SCHÜLER-FLATRATE, ABER OHNE NETFLIX

Von Telekom-Chef Timotheus Höttges habe es die Zusage gegeben, eine Zehn-Euro-Flatrate für Schüler zur Verfügung zu stellen. Eine Nachfrage bei der Telekom ergab am Freitag, dass das Unternehmen einen Tarif zum digitalen Lernen anbieten will. Es gehe um einen Mobilfunktarif nur mit Datennutzung und unbegrenztem Volumen, so ein Sprecher. Der Tarif sei nur für Bildungsinhalte nutzbar. „Netflix kann man damit nicht abrufen.“

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