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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Vom Bauhaus blieben viele Ideen und eine Lampe

16.01.2019

Berlin Wer heute ein Stück Bauhaus will, stellt sich zum Beispiel die Kugellampe ins Wohnzimmer. Oben rundes Glas und unten ein Metallfuß. Die Wagenfeld-Leuchte ist eines der Designbeispiele für das Bauhaus, ebenso der Stahlrohrstuhl Freischwinger. Mit der Gründung der Kunstschule hat Architekt Walter Gropius vor 100 Jahren Geschichte geschrieben.

Gerade hört und liest man wieder viel davon. An diesem Mittwoch wird in der Berliner Akademie der Künste das Jubiläumsjahr eröffnet, auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird kommen. Aber Bauhaus, was war das eigentlich?

„Ich finde es extrem schwierig, von ,dem Bauhaus’ zu sprechen“, sagt Architekt Philipp Oswalt, der an der Universität Kassel unterrichtet. Das Bauhaus habe zwar nur 14 Jahre bestanden, bis es unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde. „Aber die Entwicklung ist sehr dynamisch gewesen.“

Heute denkt man an klare Linien und Grundfarben. Die Kinderwiege von Peter Keler besteht aus Drei- und Recht-ecken. Das typische Bild von Wohnsiedlungen zeigt weiße Fassade und Flachdach.

Als Gropius 1919 in Weimar das „Staatliche Bauhaus“ gründet, hatten die Menschen gerade den Ersten Weltkrieg hinter sich. Und Deutschland schafft seine erste Demokratie, die nur kurz währen soll.

Die neue Kunsthochschule in Thüringen soll Handwerk, Architektur, Kunst und Leben verbinden – quasi als Versuchslabor für eine neue, humanere Gestaltung der Gesellschaft. Lehrer wie Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky und László Moholy-Nagy machen sie zum Treffpunkt der Avantgarde.

„Die Schule will natürlich auch Gestalter ausbilden“, sagt Oswalt. Aber es habe die Idee gegeben, den Alltag und die Gesellschaft zu verändern. „Das ist etwas, was man mit dem Bauhaus sehr stark verbindet: Die Erwartung, dass der Gestalter in die Gesellschaft hineinwirkt und zur Verbesserung der Alltagswelt beiträgt.“

1923 komme der Slogan „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ auf. Dort schwinge wiederum die Vision einer „technisch-künstlerischen Elite“ mit, einer „Expertokratie“, sagt Oswalt. Hat die Gruppe wirklich Design für den Alltag vieler gemacht?

„Die Bauhäusler haben zwar versucht, die Dinge in Kooperation mit der Industrie seriell aufzulegen und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen“, erklärt Kuratorin Nina Wiedemeyer, die für das Bauhaus-Archiv Berlin eine Jubiläumsausstellung plant. Aber man dürfe das aus ihrer Sicht nicht am heutigen Maßstab messen.

„Die uns heute am meisten bekannten Bauhaus-Ikonen wie Breuers Stahlrohrsessel oder die Wagenfeld-Lampe sind schon damals recht teuer gewesen“, erklärt Wiedemeyer. „Der Grund war natürlich das teure Material, das verarbeitet wurde, die kleine Auflage und die Handanfertigung. Es gab keine industrielle Massenproduktion.“

Viele Objekte seien Lifestyle-Produkte geblieben. Die Bremer Wagenfeld-Lampe zum Beispiel, konzipiert als Schreibtischleuchte, eigne sich weniger zum Lesen, sondern schaffe ein diffuses Licht. „Aber nichtsdestotrotz gab es einen Bedarf dafür“, sagt Oswalt. „Es ist in einer Weise ein leuchtendes Markenzeichen: Ich bin Bauhaus. Ich bin moderne Skulptur.“

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