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Feuer am Faschings-Festzelt
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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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Feuer am Faschings-Festzelt

NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Experten kritisieren zögernde Aufarbeitung

24.11.2018

Berlin Afrika-Aktivisten und Wissenschaftler fordern von Bund und Ländern eine baldige Aufarbeitung deutscher Gräueltaten während der Kolonialzeit. Yonas Endrias, Vize-Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, betonte am Donnerstag bei einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion im Bundestag: „Es geht nicht um Geld, es geht um Würde.“

Entscheidend sei die Anerkennung der Verbrechen, zum Beispiel gegen Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama im heutigen Namibia, und historische Gerechtigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte vor hundert Jahren müsse integriert werden in Kultur und Bildung, müsse an den Schulen gelehrt werden. Endrias sprach sich zudem für ein Mahnmal aus.

Der Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ an der Universität Hamburg, Jürgen Zimmerer, kritisierte, dass es in Deutschland eine Debatte gebe, „aber keinen Mut“. Kritik äußerte er am Afrika-Beauftragten der Bundesregierung Günter Nooke (CDU). Dieser hatte in einem Interview mit der Zeitung „B.Z.“ unter anderem gesagt, dass der Kalte Krieg Afrika mehr geschadet habe als die Kolonialzeit.

Im August hat erstmals eine staatliche deutsche Delegation Gebeine von Opfern der deutschen Kolonialzeit an Namibia zurückgegeben. Die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), bat um Vergebung bei den Anwesenden. Gebeine von Herero und Nama waren im Laufe der deutschen Kolonialzeit aus Südwestafrika entwendet worden. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten deutsche Kolonialtruppen Aufstände dieser Volksgruppen niedergeschlagen.

Ferner lagern auch Schädel und Gebeine aus der Zeit der Kolonie Deutsch-Ostafrika – heute Tansania, Ruanda, Burundi und Teile Mosambiks – in anthropologischen Sammlungen in Deutschland. Sie werden zum Teil, unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus afrikanischen Staaten, den Herkunftsorten zugeordnet.

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