Berlin/München/Peking - In Bayern sind inzwischen sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wieder zu Hause. Unter ihnen ist eine Familie aus dem Landkreis Traunstein, wie die Leitung der Kliniken Südostbayern am Montag mitteilte. Die Eltern mit ihren Kindern hätten das Krankenhaus in Trostberg schon am Freitag verlassen, alle seien geheilt und nicht mehr ansteckend. Vor allem für die Kinder war die Quarantäne demnach psychisch stark belastend. Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus.

Alle 14 Coronavirus-Fälle im Freistaat standen in Zusammenhang mit dem Unternehmen Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise unwissentlich eingeschleppt. Ein erster Mitarbeiter der Firma hatte am Mittwoch die Klinik in Schwabing verlassen können, zwei weitere folgten am Wochenende. „Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre in seinen Alltag zurückkehren“, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Schwabing. Die meisten seiner Patienten hatten leichte Covid-19-Symptome entwickelt.

Selten sind schwere Verläufe bisher auch bei den inzwischen 454 nachweislich mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ mit dem Virus angesteckt hatten. Nach offiziellen Angaben zeigten rund 20 von ihnen schwerere Symptome. Hunderte US-Passagiere des in Japan unter Quarantäne gestellten Schiffes wurden inzwischen in ihre Heimat ausgeflogen, darunter nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums auch mindestens 14 Menschen, bei denen das Virus bereits nachgewiesen wurde. Sie wurden in Kliniken gebracht, die anderen Rückkehrer sollten für 14 Tage in Quarantäne kommen. Am Montag befanden sich rund 3000 Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff, darunter acht Bundesbürger. Bei zwei weiteren Deutschen wurde eine Infektion nachgewiesen, sie sind in einer Klinik in Japan.