• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Pandemie: „Corona regional“ – Virus auf der Deutschlandkarte

20.08.2020

Berlin Das Coronavirus braucht Nähe. Damit eine Infektion überspringen kann, müssen sich Menschen nahekommen: die gleiche Luft atmen, sich anhusten oder dieselben Gegenstände anfassen. Man könnte meinen, in der Stadt gebe es deutlich mehr Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerung. Doch allzu groß ist der Unterschied nicht, wie die neue Internetseite „Corona regional“ des beim Innenministerium angesiedelten Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt.

Neue Internetseite

„Der Unterschied zwischen Stadt und Land spielt erstaunlicherweise kaum eine Rolle für das Infektionsgeschehen“, sagt Michael Frehse, der die Heimatabteilung im Bundesinnenministeriums leitet. Sichtbar wird das auf der neuen Internetseite mit Hilfe gelb-oranger Balken, die die Entwicklung der Infektionen in Deutschland für den städtischen und den ländlichen Raum nebeneinander seit Anfang März zeigen.

„Man würde in Städten deutlich mehr Infektionen erwarten als auf dem Land, weil es dort enger zugeht“, sagt auch der Mediziner Max Ge­raedts, der an der Universität Marburg das Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie leitet. Geraedts und sein Team sind spezialisiert auf Forschung zur Qualität der Gesundheitsversorgung. Doch aktuell sei die Zahl der Infizierten in der Gesamtbevölkerung noch nicht so hoch, dass die größere Nähe in der Stadt eine entscheidende Rolle spiele. Er rechnet aber damit, dass sich das ändert: „Das wird auch so kommen, wenn das Virus sich erst stärker in der Bevölkerung verbreitet hat und damit auch mehr Möglichkeiten zur Ansteckung im Alltag entstehen.“

Infos zur Altersgruppe

Doch die öffentlich zugängliche Seite von „Corona regional“ des Bundesinstituts kann noch mehr. Übersichtskarten zeigen Infektionsschwerpunkte in Deutschland, für ausgewählte Kreise lassen sich auch Kurven mit Fallzahlen zeigen oder Fälle und Todesfälle nach Geschlecht und Altersgruppen aufschlüsseln. Die Grundlage bieten neben räumlichen Daten des Bundesamts wöchentlich aktualisierte Zahlen des Robert Koch-Instituts und das sogenannte Divi-Intensivregister. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sammelt die Zahl der Krankenbetten auf Intensivstationen.

„Corona regional“ richte sich an Fachleute, erklärt das Innenministerium. „Das können zum Beispiel Kommunalpolitiker sein, die sehen wollen: Wie sieht es in meiner Gemeinde aus, und wenn es deutliche Unterschiede zu den Nachbargemeinden gibt, könnte das zum Beispiel mit der Altersstruktur zusammenhängen?“, erläutert Abteilungsleiter Frehse. „Als Wissenschaftler erfahre ich wenig Neues“, bilanziert indes Wissenschaftler Geraedts. „Diese Darstellungen sind vor allem für Menschen, die politische Entscheidungen treffen müssen, nützlich.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.