• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Pandemie: Wie lange kann das noch gut gehen?

22.08.2020

Berlin Lange schien die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland unter Kontrolle: Schulen werden wieder geöffnet, selbst Urlaub im Ausland ist wieder möglich. Von Hotspots ist im August kaum noch die Rede. Doch ein anderer Trend bereitet Wissenschaftlern Sorge: Langsam breitet sich das Virus in der Fläche aus – und die Zahl der Neuinfektionen steigt. Doch wie viele solcher Fälle hält das Gesundheitssystem auf Dauer aus?

Streuung im Land

Die Zahl der Kreise, die in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Covid-19- Fälle meldeten, lag Mitte Juli noch bei 125. Etwa einen Monat später sind es nach RKI-Angaben nur noch rund 20 Kreise. „Dadurch, dass sich die Menschen in den letzten Wochen viel mehr bewegen und in den Urlaub reisen, kommt es zu einer Streuung des Virus im ganzen Land“, erklärt der Mediziner Max Geraedts, der an der Universität Marburg das Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie leitet.

Viel mehr Gemeinden und Landkreise bekommen das Coronavirus daher nun zu spüren. Geraedts Sorge ist, dass dieser Trend dazu führen könnte, dass dann vielerorts viele Menschen gleichzeitig in Quarantäne müssten. „Doch die bräuchten wir eigentlich an vielen Stellen in unserer Gesellschaft – ob als Lehrerin, Kitamitarbeiterin oder Pflegekraft“, betont der Professor.

Höhepunkt bei 6000

Längst hat auch die Politik die Lage erkannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am kommenden Donnerstag über das weitere Vorgehen beraten. Merkel bezeichnete die ansteigenden Corona-Fallzahlen zuletzt als besorgniserregend, aber noch beherrschbar.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten zuletzt 1427 Neuinfektionen binnen eines Tages, wie das RKI am Freitag mitteilte. Am Donnerstag meldete das RKI mit 1707 Fällen den höchsten Wert seit Ende April. Von dem bisherigen Höhepunkt mit mehr als 6000 täglichen Neuansteckungen zwischen Ende März und Anfang April ist dieser aber noch entfernt.

Eines der wichtigsten Mittel, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist die Kontaktnachverfolgung. Es sei ein „sehr, sehr mächtiges Instrument“, sagt Viola Priesemann, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen – insbesondere dann, wenn die Verfolgung schnell ausgeführt werde.

Nachverfolgung

Die Gesundheitsämter nehmen bei der Nachverfolgung eine zentrale Rolle ein. Noch liege das Pensum nicht auf dem Niveau wie im März oder April. Das Problem sei aber nach wie vor die Personalsituation. Hilfskräfte etwa aus der Verwaltung seien mittlerweile meist an ihre eigentlichen Arbeitsorte zurückgekehrt.

Auch auf den Intensivstationen haben die steigenden Corona-Fallzahlen noch nicht zu einem signifikanten Anstieg bei der Auslastung geführt. Die Kliniken seien von einer „bedrohlichen Situation“ daher noch weit entfernt, sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens. Ein Grund sei, dass sich zurzeit vor allem jüngere Menschen mit dem Virus anstecken, die weniger schwer an Covid-19 erkrankten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.