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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Die CDU sieht rot

29.10.2019

Berlin Es liegt ein Hauch von Aufstand in der Luft an diesem Montag in der CDU-Spitze. Die angeschlagene Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und ihre Partei müssen in Thüringen eine weitere Klatsche der Wähler hinnehmen.

Die Schuld der Spitze

Landesparteichef Mike Mohring, ein junger Hoffnungsträger für viele, muss bei der Landtagswahl am Sonntag ein Minus von fast zwölf Punkten verkraften – und gibt danach ohne Umschweife vor allem der CDU-Spitze in Berlin die Schuld. Im gleichen Atemzug bringt er viele in der Partei gegen sich auf, als er darauf beharrt, im Land selbst zu entscheiden, ob es künftig eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit der Linkspartei geben könnte.

Es kommt so einiges zusammen an diesem Tag knapp vier Wochen vor dem CDU-Parteitag in Leipzig, der zu einer Abrechnung mit dem ersten Jahr von AKK als Parteichefin werden könnte. Es ist JU-Chef Tilman Kuban, der in der Vorstandssitzung offen die Frage nach der Kanzlerkandidatur und damit indirekt die Führungsfrage stellt, die seit Monaten schwelt. Die CDU müsse darüber debattieren, wie sie sich aufstellen müsse, wenn sie das Kanzleramt verteidigen wolle, sagt er nach der Sitzung.

Am Stuhl gesägt

In der üblichen Pressekonferenz nach den Sitzungen der Parteispitze entschließt sich AKK dann zur Offensive. Natürlich hätten die massiven Verluste in Thüringen auch mit dem Bild der Großen Koalition zu tun – und der „hinlänglich bekannten“ Diskussion in der Union, sagt sie mit tief heruntergezogenen Mundwinkeln. Kramp-Karrenbauer meint die Kanzlerkandidaten-Frage. Natürlich ist der Vorsitzenden nicht entgangen, wie seit Monaten an ihrem Stuhl gesägt wird.

Die Frage, ob die Christdemokraten in Thüringen wegen der unklaren Regierungsbildung in Erfurt nun doch irgendwie mit der Linkspartei zusammenarbeiten, wird in der CDU-Spitze letztlich vertagt. Nach einem Sturm der Entrüstung aus vielen Ecken der Partei bekräftigt man zwar noch mal den Beschluss vom CDU-Parteitag im vergangenen Dezember. In Hamburg hatte die CDU damals erneut beschlossen, „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland“ abzulehnen.

Doch Mohring beharrt auch an der Seite von Kramp-Karrenbauer darauf, er werde mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ausloten, welche Vorstellungen dieser habe. Diese Überlegungen werde er dann seiner Partei mitteilen. Schließlich sei es ja in Mitteleuropa so üblich, dass man ein Gesprächsangebot annehme. Eine Priorisierung für irgendwelche Arten von Zusammenarbeit oder Koalitionen gebe es aber nicht, setzt Mohring immerhin dazu.

Trost auf der Bühne

Als Kramp-Karrenbauer am Ende mit Mohring von der Bühne in der Parteizentrale abtritt, legt sie ihre rechte Hand auf den Rücken des Kritikers. Zum Abschied umarmt sie ihn dann noch demonstrativ vor laufenden Kameras. Es wirkt, als ob die Vorsitzende ihn nach all den Hiobsbotschaften vom Sonntag ein wenig trösten will.

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