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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

„Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif“

17.06.2019

Berlin In vielen ostdeutschen Städten wird am Montag an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnert. Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am 66. Jahrestag der Ereignisse erneut auf Einladung der Bundesregierung in Berlin statt.

Am Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes auf dem Friedhof Seestraße im Stadtteil Wedding werden unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprechen. Danach folgen Kranzniederlegungen, eine Gedenkminute und Begegnungen mit Zeitzeugen.

Der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, erinnerte im Vorfeld des Gedenktages daran, dass die Demokratie auch heute noch verteidigt werden müsse. „Es gibt Menschen die es für besser halten, Geschichte zu verschleiern, zu verharmlosen oder gar ganz zu vergessen“, sagte er. Der 17. Juni 1953 stehe aber wie kaum ein anderes Datum für die Demokratie.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller erklärte vorab, viele Menschen in der DDR hätten damals mit ihrem Protest gegen den SED-Staat ein Zeichen für Demokratie gesetzt. „Bis heute lehrt uns der 17. Juni, dass Freiheit erkämpft werden muss“, betonte der SPD-Politiker.

Der Tag gehöre zur Geschichte Berlins als „Stadt der Freiheit“. Gerade nachfolgenden Generationen müsse vermittelt werden, dass es sich lohne, demokratische Werte zu bewahren: „Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif. Auch dieser Tag hat Opfer gekostet. Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif. Dies gilt es nachwachsenden Generationen immer wieder zu vermitteln. So wird deutlich, wie wertvoll die Freiheit ist und dass es lohnt, sie Tag für Tag zu verteidigen, auch wenn es Anstrengung und Mühe kostet. Die Freiheit und ihre Bewahrung sind es wert“, sagte Müller. Gerade zum 30. Jahrestag des Mauerfalls, sei das eine doppelt wichtige Botschaft, sagte Müller vor der Veranstaltung.

Nach Recherchen der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gingen vor 66 Jahren rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden der DDR auf die Straße. Normerhöhungen brachten laut Stasi-Unterlagen-Behörde das Fass zum Überlaufen. Aus spontanen Streiks entwickelte sich demnach ein Aufstand mit Rufen nach Freiheit und Einheit.

Gefordert wurden der Rücktritt der DDR-Regierung sowie freie und geheime Wahlen. Die Streiks und Demonstrationen wurden vom sowjetischen Militär niedergeschlagen. Schätzungen zufolge starben mehr als 50 Menschen, Hunderte wurden verletzt, bis zu 15 000 kamen in Haft.

Mehr als 1500 Demonstranten wurden verurteilt und kamen ins Gefängnis. Der Aufstand hatte laut Behörde die DDR-Staatssicherheit und die SED-Führung überraschend getroffen. Sie sprachen von einem „faschistischen Putsch“ – gesteuert vom Westen.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erklärte, der Volksaufstand bleibe ein zentrales Ereignis der deutschen Freiheitsgeschichte. Damals habe sich gezeigt, dass die DDR nur durch Waffengewalt der Sowjetunion und mit eigenen Sicherheitskräften aufrechterhalten werden konnte, sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky.

Es habe dann noch 36 Jahre bis zur Friedlichen Revolution 1989 gedauert.

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