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NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Als Europa vor 80 Jahren in Brand geriet

30.08.2019

Berlin Als der britische Premierminister Neville Chamberlain nach der Münchner Konferenz im September 1938 auf die Insel zurückkehrte, glaubte er, „Frieden für unsere Zeit“ gewonnen zu haben. Eine tragische Fehleinschätzung: Die von den Briten geprägte Appeasement-Politik, Adolf Hitler zum Friedenserhalt weitgehende territoriale Zugeständnisse an der Ostgrenze zu machen, sollte scheitern. Die Westmächte übersahen, „dass es Hitler nicht um wirtschaftliche Vorteile ging, sondern um Raumeroberung und die Umsetzung seiner Rassenutopie“, urteilt der Historiker Hans-Ulrich Thamer.

Hitler drängte seine Militärs 1939, Angriffsbereitschaft herzustellen. Im März besetzte Deutschland die „Rest-Tschechei“. Anfang April gab Hitler bereits die Order, den „Fall Weiß“ für den Termin
1. September vorzubereiten – den Angriff auf Polen. „Hitler wollte den Krieg zur Eroberung von ,Lebensraum im Osten’ führen, musste dafür aufrüsten – und die Rechnung sollten die überfallenen Länder bezahlen“, erläutert der Historiker John Zimmermann vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages.

Polen, das Hitler zunächst als Verbündeten gegen Russland gewinnen wollte, lehnte nicht nur eine Kriegsbeteiligung ab, sondern weigerte sich auch, einem deutschen Korridor nach Ostpreußen zuzustimmen und den Deutschen im Streit um das geteilte Oberschlesien entgegenzukommen. Polen wurde so zum erklärten Feind des Reiches, schon deshalb, weil der östliche Nachbar dem späteren Angriff auf die Sowjetunion schlicht im Weg stand. England und Frankreich gaben im März und Mai 1939 Polen eine Beistandsgarantie für den Fall eines deutschen Angriffs.

Am 11. August 1939 sagte Hitler zu Carl Jacob Burckhardt, dem Völkerbundkommissar aus der Schweiz: „Alles, was ich unternehme, ist gegen Russland gerichtet; wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen und dann nach seiner Niederlage mich mit meinen versammelten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden.“ Der Publizist Sebastian Haffner sieht darin „den Schlüssel für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges“.

Hitler und Josef Stalin unterzeichneten am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt. Laut Vertrag durfte es keine Unterstützung für den jeweiligen Gegner des Vertragspartners geben. Relevanter waren aber die geheimen Zusatzklauseln. Sie führten zur erneuten Teilung Polens. Den Sowjets sollten alle Teile des Landes im Osten zufallen, die Polen 1921 von Russland übernommen hatte. Geregelt war zudem, dass Stalin seinen Einfluss im Baltikum und in Finnland ausdehnen konnte. Deutschland sollte Westpolen besetzten – und hätte die für das weitere militärische Vorgehen unverzichtbare direkte Grenze mit der Sowjetunion.

Am 22. August 1939 sagte Hitler auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden zur versammelten Spitze seiner Truppen: „Polen ist in die Lage hineinmanövriert worden, die wir zum militärischen Erfolg brauchen.“ Am 1. September begann der Zweite Weltkrieg, eingeleitet mit einem fingierten Überfall der SS auf den deutschen Sender Gleiwitz.

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