• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Elektronikmesse: Nordmende setzt auf digitale Technik in Omas Radio

31.08.2018

Bremen /Berlin Großer Auflauf während der Internationalen Funkausstellung in Berlin am Stand von Nordmende. Der neueste Schrei ist das Modell Präsident samt kabelloser Ultraschallfernbedienung. So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen bis zur Präsentation im Jahr 1966.

Aber das ist sehr lange her. Inzwischen spricht man über Smartes Fernsehen und Digital Audio Broadcasting (DAB) für den Radioempfang – und über die Rückkehr der Marke Nordmende.

Das Bremer Unternehmen war in der Nachkriegszeit einer der führenden deutschen Hersteller von Radios, Fernsehern, Tonbandgeräten und Plattenspielern. Ein Gerät von Nordmende war ein Stück Wirtschaftswunder. Mehr als 6000 Beschäftigte arbeiteten in den 60er und 70er Jahren – erst im Werk an der Diedrich-Wilkens-Straße, später an der Funkschneise – im Stadtteil Hemelingen. 1977 wurden Anteile der Firma an den französischen Multikonzern Thomsen-Brandt verkauft. Die Bauteile wurden immer kleiner, statt Metall setzte die Industrie auf Kunststoff, die Qualität wurde dem Massenmarkt geopfert. „Made in Germany“ war aus der Mode gekommen – Japan und Taiwan rückten an die Spitze. Das Bremer Werk wurde Ende der 80er Jahre geschlossen.

Nordmende erlitt damit dasselbe Schicksal der großen anderen Rundfunk-Hersteller Telefunken, Saba, Loewe, Dual, Metz und Grundig. Auch diese gingen pleite und wurden von ausländischen Investoren übernommen, um mit mehr oder weniger hochwertigen Produkten wiederzukehren.

Metz, Loewe und Dual fertigen inzwischen wieder in Süddeutschland und im oberen Qualitätssegment – mit ansprechendem Design und hohem Verkaufspreis. Grundig ist ganz in türkischer Hand. Bei manchen ist auch nur noch der Markenname identisch – wie zum Beispiel bei „Telefunken Lichtlösungen“ oder gleichnamige E-Bikes der Karcher AG in Baden-Württemberg.

Die Rechte an der Marke Nordmende hatte vor einigen Jahren Technisat erworben. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Daun in der Eifel ist einer der letzten Hersteller, der seine Produkte aus der Unterhaltungselektronik hierzulande fertigen lässt. Die Liaison passt: Während Technisat zu den Vorreitern bei der Satellitenempfangstechnik gehört, gilt Nordmende als Pionier des Rundfunkempfangs.

Im vergangenen Jahr wurde das einst beliebte Radio Transita im Retro-Look wieder produziert – allerdings in der zukunftsweisenden Digitalradio-Variante. Darüber hinaus wird der bekannte Name für Fernseher, Digital Empfänger, Telefone und Elektrogroßgeräte eingesetzt.

In einer immer unübersichtlicheren Welt setzt die Unterhaltungsbranche auf Vertrautheit und schöne Erinnerungen. Da darf es gern auch die Marke von Oma sein.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2060
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.