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Corona-Krise EU-Kommission wegen Impfstoffs auf Shoppingtour

Detlef Drewes Büro Brüssel

Brüssel - Die Brüsseler EU-Kommission ist auf Shopping-Tour: In den vergangenen Wochen hat die Behörde im Namen aller 27 Mitgliedstaaten bei verschiedenen Pharma-Herstellern weit über 1,5 Milliarden Dosen verschiedener Impfstoffe bestellt, die vermutlich ab Anfang 2021 die weitere Ausbreitung stoppen sollen. „Unsere Verhandlungen zur Sicherung eines breiten Portfolios von Impfstoffen für unsere Bürgerinnen und Bürger und für die Welt werden unvermindert fortgesetzt“, betonte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides vor wenigen Tagen. Zuvor hatten die Regierungen der EU-Behörde den Auftrag gegeben, für alle Unionsmitglieder mit den weltweit führenden Pharmafirmen zu verhandeln – auch die zunächst von Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden gegründete Impfallianz ist dem Verbund beigetreten.

Verbindlicher Einkauf

Zentraler Auftrag: Genügend Impf-Dosen verbindlich ordern, damit nach einer erfolgreichen Erprobungsphase und erteilter Zulassung der Einsatz beginnt. „Nur so können wir nicht nur einen größtmöglichen Zugang zu Impfstoffen garantieren, sondern auch eine gerechte Verteilung“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Europafraktion, Tiemo Wölken (Osnabrück), gegenüber unserer Zeitung.

Das Ergebnis des Einkaufsbummels kann sich sehen lassen. Bisher wurden Abmachungen für Rahmenverträge mit dem belgischen Unternehmen Janssen Pharmaceutica NV (es gehört zum US-Konzern Johnson & Johnson) für den Ankauf von 200 Millionen Dosen abgeschlossen sowie ein Vorkaufsrecht für weitere 200 Millionen gesichert. 300 Millionen Dosen hat sich die Gemeinschaft bei einem Joint Venture des französischen Hauses Sanofi und des britischen Glaxo Smith-Konzerns gesichert. Und erst vor wenigen Tagen kam ein Abkommen mit dem britischen Unternehmen Astra Zeneca zustande. Umfang: 300 Millionen Dosen sowie eine Option für weitere 100 Millionen. Deren Forschung ist besonders weit vorangeschritten: Nach Mitteilung der Brüsseler Kommission befindet sich das Serum von Astra Zeneca bereits in der klinischen Prüfung II und III, nachdem in den Phasen I und II vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf Sicherheit und Immunisierung erzielt wurden.

Anfang 2021

Am Donnerstag kam noch ein Großeinkauf dazu: Beim deutschen Konzern Curevac erwarb man ein Vorkaufsrecht über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. In Brüssel ist man überzeugt, dass die Diversifizierung der Impfstoffbeschaffung sinnvoll ist und Anfang 2021 geprüfte und zugelassene Präparate zur Verfügung stehen.

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