• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
+++ Eilmeldung +++

Feuer In Bakum-Lohe
Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Nachrichten Politik Hintergrund

Das andere Amerika – Protest der Minderheiten

22.05.2012

CHICAGO Es war eine kleine, radikale Minderheit, die in Chicago demonstrierte. Es waren Gruppen und Grüppchen, die sonst kein Gehör finden in den USA. „Gegen die Kriegsmaschinerie der NATO“, hieß die Parole. Ein schwarzer Block Vermummter war auch dabei.

„Ich möchte, dass George Bush als Kriegsverbrecher angeklagt wird“, sagte ein Mann mit grauem Pferdeschwanz. „Geld für Jobs, nicht für Krieg“, sagte ein anderer. Mehrere Stunden lang wälzte sich der Protestzug am Sonntag durch die Innenstadt von Chicago.

Dutzende festgenommen

Unschöne Szenen ereigneten sich erst, als die Sache offiziell schon gelaufen war. Während die meisten Demonstranten bereits nach Hause gingen, scharten sich Vermummte zusammen. Flaschen und Holzlatten flogen auf die Polizisten, die darauf ohne Wenn und Aber gegen die Verbliebenen einschritten. Dutzende wurden festgenommen, mit Kabelbindern gefesselt. Es gab Verletzte. Noch in der Nacht gab es vereinzelt Scharmützel. Am Montag nahm nochmals eine Nachhut die Zentrale des Flugzeugherstellers Boeing ins Visier – Teil der verhassten Rüstungsindustrie.

„Es wäre ruhig geblieben, wenn sie uns nicht zusammengetrieben hätten“, sagte der 18-jährige Neil wütend in Richtung Polizei. „Schämt Euch!“, ruft eine junge Mutter den Uniformierten zu.

Ausgerechnet im Grant Park begann der Protestzug – dort, wo Barack Obama vor vier Jahren seinen Wahlsieg gefeiert hatte. „Ich dachte damals, jetzt beginnt eine neue Zeit“, erzählte Richard, 68 Jahre alt und früher Sozialarbeiter. „Und jetzt? Wo stehen wir jetzt?“ fragt der Mann mit dem dichten, weißen Bart an diesem Tag der Proteste in Chicago. „Wir sind kein Stück weiter gekommen.“

„Töte eine Person – und es ist Mord. Töte Hunderttausende – und es ist Außenpolitik!“ steht auf einem Plakat, das der 30-jährige Industriearbeiter Wes Hadem hochhält.

15 000 Demonstranten zogen nach Angaben der Veranstalter durch die Stadt zum McCormick-Conference-Center. An der Spitze marschierte ein gutes Dutzend US-Veteranen in Uniform, Männer mit tätowierten Armen und harten Gesichtern.

Kaum kleine Parteien

Im Unterschied zu Deutschland und Europa gibt es im Zwei-Parteien-Staat der USA keinen Platz für kleine Parteien. Es gibt keine dauerhaft wahrnehmbaren Grünen, keine Linke, keine Piraten, die Proteste und Unzufriedenheit aufnehmen und kanalisieren.

„Viele Grüße an Lafontaine“, meinte denn Adam Shels (57) von der American Socialist Movement, einer anderen Splitterpartei, die kaum ein Amerikaner kennt, an die Adresse des deutschen Linke-Politikers. „Wir wollen der Welt zeigen, dass es auch in Amerika eine mächtige Arbeiterbewegung gibt.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.